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manchen sauren Schweißtropfen vergossen; hatten so manches Tages drückende Last und Hitze getragen; hatten mit so vieler Sorgfalt und Fleiß die Früchte des Feldes gepflegt, aufgezogen und eingesammelt — sie verdienten Wohl dafür einen recht fröhlichen, lustigen Tag. Die drei Familien suchten sie auch aus alle inögliche Weise zu erfreuen, und vertheilten Bänder, Tücher, Hüte und Mützen, Brustlätze und Tabackspfeifen und andere dergleichen Sachen unter die Knechte und Mägde. Aber die wilden Ausbrüche einer rohen Lustigkeit, und die sittenlose Unmäßigkcit im Genuß duldeten sie nicht. Dafür hatten diese Familien aber auch, wie ich gleich zu Anfange der Schrift erwähnte, allezeit das beste Gesinde, und Jedermann schätzte sich glücklich, zu so braven und trefflichen Leuten kommen zu könne». Sie erhielten hier gute und reichliche Nahrung, wurden mit Güte behandelt, mit Arbeiten nicht überhäuft, und bei mehreren Beraw lassungen mit in den glücklichen Familienkreis gezogen. Faule, untreue und zänkische Dicnstleute wurden bald entfernt, gefielen sich auch nicht in der frommen Zucht und Sitte des Hauses.
Wenn nun die Felder leer und mit dürftigen Stoppeln bekleidet dastanden; wenn sich die Zugvögel haufenweise sammelten, und in großen Schaarcn einem wirthlichern Lande entgegengezogen; wenn schon inanch gelbes Blatt dem fruchtbeladenen Baume zitternd entschwebte: dann nahete sich für die Kinder der Thalheim'scheu Familie das herrliche Gartenfest oder die sogenannte Herbstfeier. Am Tage vorher wurden in dem Backofen des Dorfes schöne Obst- kuchen dazu gebacken. Dabei waren zwar die Kinder alle beschäftigt, aber unser kleines Hausmütterchen hatte dabei die meiste Arbeit. Die Mutter leitete das Ganze, ordnete Alles sorgsam au, und legte bald hier, bald dort selbst Hand mit an. Zuerst wurde der köstliche Pflaumenkuchen bereitet. Luise ließ die Butter in der Milch zergehen, that das Mehl in eine Mulde, theilte es in der Mitte durch, goß die Milch nebst der Butter hinein, schlug die Eier dazu mit feingestoßenem Zucker und ein wenig Muskatenblumen. Darauf durchknetete sie den Teig, mangelte ihn auf, bestrich den umgerollten Rand mit Butter, und legte die Pflaumen darauf. Emilie und Marie waren mit dem Auskernen und Abschälen der Pflaumen beschäftigt. Es wurde nämlich kochendes Wasser in die Schüssel ge-

