Eine Fahrt nach der Insel Rügen.
Ich zählte acht oder neun Jahre, da habe ich das Meer zum erstenmale gesehen. ES war auf dem Rathhaussaale einer kleinen Stadt. Man spielte das Lieblingsstück: Czaar und Zimmermann. Der Peter hämmerte, der Bürgermeister sang, das Publikum lachte und das Meer brauste. Das große, gewaltige Meer! Freilich, hätte ich gewußt, daß drei kleine Knaben, unter grüner Leinwand verborgen, das Toben der Wellen durch allerlei lustige Bewegungen her vorriefen, ich hätte gewiß nicht mit so kindlicher Andacht in die grüne Fluth hinausgcblickt! — Eine geraume Zeit später stand ich zum erstenmale am wirklichen Meere. Ich unternahm eine kleine Seereise nach der Insel Rügen, und davon will ich euch, meine lieben, jungen Freunde, in diesen Zeilen etwas erzählen.
Als ich in der Wagenhalle der alten pommerschen Hauptstadt Stettin angelangt war, ging ich, an stolzen Festungswerken vorbei, schnurstracks nach dem Hafen, und hier erhielt ich einen recht angenehmen Vorgeschmack vom rührigen Treiben der Seeleute, von ihrer Luft und ihrer Last. Eng aneinander gedrängt standen Schiffe aller Größen, aller Völker, aller Zonen. Die gewaltigen Dreimaster neben den bescheidenen Fischerbooten erschienen wie Riesen unter
Heger, Winterabende. II. .

