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wäre vorgestern auch nach Rügen gereist und um denselben dort zu überraschen, hätte er sich ohne dessen Wissen und Willen auf die Socken gemacht. „Na, der wird sich 'mal wundern, wenn er mich sieht," fügte er mit großer Selbstzufriedenheit schmunzelnd hinzu, „hätt' er mirs doch im Leben nicht zugetraut, daß ich so ganz allcine eine Reise machen könnte. Na, den Spaß, den Witz, — das wird eine Heidenlust geben!" — Als ich darauf einiges Bedenken äußerte und besonders hervorhob, wie es seinen Onkel vielleicht sogar unangenehm berühren könnte, sein heimathliches Besitzthum ohne gehörige Aufsicht zu wissen, ließ er sich in seiner Ruhe durchaus nicht stören, sondern entgcgncte vielmehr: „Ich sage Ihnen, er wird deckenhoch springen, wenn er endlich sieht, daß ich doch alleine reisen kann, und das Gut daheim wird ihm Niemand forttragen!" „Einen Mohren wäscht man nicht weiß" - dachte ich in meinem Herzen und verbarg darin meine bescheidenen Zweifel.
Unter solcherlei Gesprächen hatte ich nicht unterlassen, dieOder- ufer in Augenschein zu nehmen, die zwar für den, der die malerischen Ufer des Rheins, des Mains, der Donau und der Elbe gesehen, nichts Außerordentliches bieten können, jedoch bescheidener Weise mitunter auch recht interessante Ansichten gewähren. F r a u c n d o r f, ein viel besuchter Vcrgnügungsort, guckt zur Linken recht freundlich hinter den Bäumen hervor, während die rechte Seite, mit großen Wiescnflächen, dem Auge einen unbeschränkteren Blick erlaubt. Später zeigt sich links die kleine Stadt Pölitz, und rechts, im sogenannten Dam- mansch, verbindet sich der Dammsche See mit dem Strome, der von da an, im sogenannten Papenwasser, zu einer ziemlichen Breite anwächst. Die Wasserfläche war biö jetzt noch spiegelglatt, denn wir erfreuten uns einer gänzlichen Windstille; aber in der Ferne gewahrte ich mit einem Male eine wallähnliche, dunkler gefärbte Erhöhung, die sich von einem Ufer zum andern quer über die Oder hin-

