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Das Wort Rugard ist die Abkürzung von Rugigard, d. h. Cchutzort der Rügier, mit welchem Namen Jaromir der Erste eine feste Burg bezeichnete, die er hier im 12. Jahrhunderte aufgeführt hatte. Sie war lange Zeit hindurch das Residenzschloß der alten Rügcnfürstcn, jetzt aber sieht man von ihrer früheren Herrlichkeit und Größe kaum noch hie und da ein paar verwitterte Steine, und dort, wo einst gewaltige Wälle und feste Thürme standen, erblickt man jetzt freundliche Anlagen, gut angelegte Schlangcnwege und einladende Ruhebänke, von dem Fürsten Putbus mit rühmens- werther Sorglichkeit gegründet. Und wo wäre auch dieser Sinn für Verschönerung besser angewandt, als hier, an dem Orte, den man mit vollstem Rechte „das Auge Rügens" genannt hat! Wie eine große Landkarte liegt das liebliche Eiland vor den Blicken des Beschauers ausgebreitet, und gewiß noch Keiner, der nur irgend Gefühl für Naturschönheiten besitzt, hat diesen Aussichtspunct unbefriedigt verlassen.
Bunte Wiesen und fruchtreiche Gefilde durchrieseln anmuthige Bäche, dazwischen erheben sich dunkle Wälder und grüne Berge, und die heilige Fülle des MeercS tritt bald hier, bald dort aus der Landschaft glänzend hervor oder umsäumt mit blaugrüncm Spiegel die scharf gelandete Küste. Südlich weilt der Blick zunächst auf Bergen und seinem kerzengeraden Thurme, hinter der Stadt erscheint der P u t b u sse r T a n n e b e r g und das liebliche M ö n ch g u t mit seinem Vorgebirge Peerd, aus noch weiterer Ferne grüßen die Thürme von Stralsund und Greifswaldc. Wendet man sich darauf nach Nordwest, so erblickt man die Insel Hildensee, weiter rechts nach einander das fruchtbare Wittow und die Halbinsel Jas in und, zwischen beiden Vorgebirgen aber, zwischen den Arcona und Stubbenka mmer, verliert sich das Auge in den unermeßlichen Räumen der Ostsee.

