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„So dumm olfo, so ganz abscheulich dumm und albern ist mein Ungethüm von Neffen, daß er mein Gut verläßt, mir nichts, dir nichts verläßt, sage ich. Nein, solche Blitzdummheit muß geprügelt werden, — geprügelt muß sie werden, sage ich. Warte, Bursche! ich will dir zeigen, wo du hingehörst,— laß dich nur vor mir blicken, sag ich — sag ich!"
Kaum konnte ich seinen Worten folgen, so pfeilschnell wurden sie vom flammenden Zorne herausgeschleudert. Mit der Gemüthlichkeit war eS nun freilich vorbei und ich bedauerte von Herzen, die unschul- dige Ursache davon gewesen zu sein. Der kleine Onkel verließ mich jetzt, um auf dem geradesten Wege nach Bergen zu wandern und von da aus einen Boten nach Putbuö zu senden, der über den Aufenthalt des Neffen Nachricht einholen sollte. Ich zog es vor, über den Raddas, einen hübschen Promcnadcnweg, nach der Stadt zurückzukehren. Unterwegs dachte ich an die Bewillkommnungsscene, die sich bei dem Begegnen des Onkels und Neffen ereignen würde und malte mir eben in der Phantasie die Stellungen, die GcsichtS- züge,. die Reden und Gegenreden der Beiden recht lebendig aus, als mir auf einmal die Wirklichkeit mit ihrem Pinsel zu Hilfe kam. Linksauf einer Bank saß er, lebte und leibte er, mit Strohmütze,
Flausrock und Sporen-der arme, verrathene S t i ch l i n g.
Er war noch ziemlich matt und hinfällig und äußerst langsam erhob er sich, als er meiner ansichtig wurde.
„Wie geht's, alter Seemann?" rief ich an. „Ausgeschlafen und glücklich wiederhergestellt?"
„Ach, was Seemann" — antwortete er mit matter, klangloser Stimme, „hab' die See noch gar nicht zu sehen bekommen, die Seekrankheit aber fühl' ich noch jetzt in allen Gliedern."
„Armer Gefährte!" — ergriff ich wieder das Wort. „Schlafen Sie diese Nacht recht gut, effen Sie heute Abend wenig oder gar
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