und ist sowohl an seiner Außenseite als im Innern dicht mit Buchen bewachsen. Bon seiner Höhe aus ergötzte ich mich noch einmal an dem Anblicke des herrlichen Sec'S und dann suchte ich die sogenannten Opferst eine, von denen die Sage berichtet, daß auf ihnen die zum Opfer bestimmten Kriegsgefangenen den Todesstreich empfingen. Doch blicken wir lieber hinweg! Möge es nur Dichtung, oder möge cS Wahrheit sein, was man von den Grauenthaten erzählt, die der heidnische Aberglaube einer längst vergangenen Zeit hier verübte — wir wollen uns auf einer Lustreise erheitern und erfreuen, nicht aber die Seele mit trüben und bangen Gedanken erfüllen. Vorwärts also — nach Stubbenkammer, diesem Meisterstücke 'der göttlichen Schöpfung. Der kurze Waldweg, der mich von ihm noch trennte, war bald durchschritten und ich stand wie ein glücklicher König auf dem erhabenen Königsstuhlc. So nennt man den höchsten, bis 409 Fuß aufsteigenden Gipfel des Vorgebirges, der seinen Namen von Karl XU. erhalten haben soll, der hier am 8. August 1715 einer Seeschlacht zwischen Schweden und Dänen zuschaute. Welch ein überwältigender Anblick des unbegrenzten, offenen Meeres! Nur gegen Nordwest erblickt man, heute zuweilen in der herrlichsten Beleuchtung, das Vorgebirge A r c o n a mit seinem stattlichen Lcucht- lhurme. Die See ist bewegt; so weit das Auge reicht, sehe ich kräuselnde, schäumende Wellen und am Fuße der Kreidefelsen schieben sich die hohen Wasserwände übereinander und überstürzen fich dann in wildem Schäumen unter donnerndem Tosen wie ein mächtiges Wehr. — Mich zog es hinab, um aus nächster Nähe das Schauspiel zu betrachten und ick stieg deshalb auf einem nickt eben sehr bequemen Pfade zum Strande herunter. Ich war nicht der Einzige, eine große Anzahl Reisender war schon vor mir herabgcstiegen, und die Unterhaltung wäre gewiß recht lebhaft gewesen, wenn nicht das grollende Meer die schwache Menschenstimme übertäubt hätte. Man

