Der lveihniichtsthalkr.
Die große Thurmuhr hatte eben die vierte NachmitlagSstunde verkündigt, als der Fadrikherr Laurentius mit der Auszahlung des Lohns an seine Arbeiter fertig war. Wenn auch noch zwei volle Stunden an der gewöhnlichen Arbeitszeit fehlten, so erhielt dennoch heute jeder Arbeiter seinen vollen Tagelohn ; war es doch der Vorabend des heiligen Weihnachtsfcstes, wo Jeder noch etwas für sich oder für die lieben Seinen einkaufen wollte. In der Stadt nämlich, m welcher der reiche aber auch redliche Fabrikbesitzer Laurentius wohnte, war es seil undenklichen Zeiten Sitte, daß an den sechs Tagen vor dem heiligen Weihnachtsfeste ein Markt abgehalten wurde, den man den Strictzel- oder den Christmarkt nannte und auf welchem man so Mancherlei feilbot, was zu Geschenken benutzt werden konnte. Aeltern kauften da ihren Kindern, Herrschaften ihren Dienstboten, Geschwister und Freunde den Ihrigen nach Kräften kleinere oder größere Gaben, welche dann am heiligen Abende oder am ersten Weihnachtsfeiertage vertheilt wurden. Run hatte zwar der Fabrikbesitzer Laurentius weder Weid noch Kinder, weder Brüder noch Schwestern, denen er etwas hätte kaufen können, denn seine Frau uird seine zwei hoffnungsvollen Kinder hatte Gott schon vor Jahren wieder zu sich genommen und er selbst war das einzige Kind des vorigen Besitzers der großen Fabrik. Indeß er wollte auch diesmal am Weihnachtsfeste auf eine stille und
Lichtbilder. I.
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