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dem die Todesschnuren nach ihrem Glauben die Brücke bildeten, mitgegeben. Daher hat man noch in neuerer Zeit in den Grabhöhlen alter Helden, deren Name längst verloschen ist, uralten Bernsteinschmuck gesunden und jener Stein ist so zum zweiten Male an das Tageslicht hervorgegangen. Da der Bernstein in den Ländern an der Nord- und Ostsee am häufigsten gefunden wird, so ist er auch dort Familieneigen- thum der wohlhabenderen Grundbesitzer geworden. In Mecklenburg, Pommern, Westphalen ic. erben werthvolle Bcrnstcinschnurcn von Generation zu Generation fort als Hciligthum der Familie und des Hofes. Manche blühende Braut geht geschmückt zum kirchlichen Trau altare mit einer langen Bcrnsteinschnur, die schon Jahrhunderte vor her die stattlichen Frauen und die rothwangigen Töchter des ländcr- reichen Hofes getragen haben.
Wie bekannt, ist der Bernstein ein wundersames Produkt, gelb glänzend, ins Braune oder Rothe übergehend oder auch in's Weiße sich verlaufend, durchsichtig oder doch wenigstens durchscheinend, mit einem vollkommenen flachmuschcligen Bruche. In der Hitze schmilzt er wie Wachs und verbrennt mit einem sehr angenehmen Gerüche, wobei er einen kohligen Rückstand hinterläßt. Deswegen nannten ihn die staunenden Nordländer den „brennenden Stein," wor aus sich das Wort Bernstein gebildet hat. Man nennt ihn auch Agtstein, gelbes Erdharz, gelbes Ambra, Succinit.
Der Bernstein ist das fossile oder versteinerte Harz eines uns unbekannten rind längst untergegangenen Baumgeschlechtcs, waö schon der römische Schriftsteller Tacitus vermuthete. Er findet sich daher vorzugsweise in oder mit fossilem Holze in der Braunkohlenbildung, oder im Schuttlande, im Lehm und Sande einiger Meeresküsten. Der älteste, und bis diese Stunde noch immer der wichtigste und reichste Fundort ist die preußische Küste der Ostsee, der Strand bei Danzig rind Königsberg. Es sind ferner die Küstengegenden von Kurland,

