Schichten unserer Erde, die früher, vor vielen, vielen Jahrtausenden, mit ihren Wäldern, Bergen und Thälern die Oberfläche des Erdballs bildeten und auf denen mannichfache Riesenthiere, wie der Mastodon, das Mammuth, das 9 Ellen lange Dinotherium rc. weideten. Die Hauptflötze der Braunkohlen sind dunkelbraune, dicht zusammengepreßte Massen, die man bei genauer Besichtigung holzartig findet. Gräser sind nur selten zu erkennen, desto dclltlicher dünne, plattgedrückte Zweige und Stämme. Bisweilen kommen wohlerhal- tene Zweige, Stämme, Blätter und Früchte mitten in der erdig gewordenen Braunkohle vor. Bisweilen stehen Baumstämme von an sehnlicher Länge und Dicke unzersplittert, nur an ihrem obern Ende wie abgebrochen, fast senkrecht in den Braunkohlenlagern. Man findet daselbst mächtige Lager von Fichtcnnadcln, Blätter von Weiden, Pappeln, besonders auch von einer ausgestorbenen Ahornart; seltener kommen Blätter von Linden, Ulmen, Nußbäumen, Maulbeer- bäumen vor. Mehre dieser Baumarten, von denen man Ueberreste in den Braunkohlen findet, sind ganz ausgestorben, andere findet man nur noch in Amerika und Südeuropa. Unter den daselbst gefundenen Früchten zeichnen sich besonders Wallnüsse und Fichtenzapfen aus. Diese begrabenen Pflanzenreste sind es nun ohne Zweifel, denen der Bernstein und der Retinit ihren Ursprung verdanken. Der Retinit, (Rcsinit, Retinasphalt) ist nämlich eine harzartige, braun rothe oder braungelbe, den Bernstein ähnliche, nur weniger schöne und undurchsichtige Substanz, die man in Form von Körnern und formlosen Stücken in der Braunkohle in Nordamerika, auch in Deutsch land und Ungarn findet. Dieser Retinit schmilzt in der Hitze zu einer braunen Masse und stößt im Verbrennen einen aromatischen Geruch aus. Bernstein und Retinit sind also die erstarrten Harzflüsse jener Bäume, welche die Fluthen empörter Gewässer loöspielten, welche die Meereswellen begruben und über welche sich leichte Thon-

