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Fenster war ein runder Spiegel befestigt, auf welchem eine Kreuz» linic mit Oelfarbe gezogen war; dieser warf dann die Sonnenstrahlen von unten nach der Decke und zeigte so nicht allein die Stunden des Tages, sondern auch ganz genau den Stand der Sonne in dem Thier­kreise. Vielleicht besteht diese sonderbare Uhr noch jetzt und jeder Schul mcistcr könnte dann an ihr wahrnehmen, was für einen AmtSvor fahren er vor hundert Jahren hier gehabt hat.

Um diese Zeit war es nun auch, wo Stilling durch Vermittel­ung seines Pastors Goldmann mit anderen und besseren Geschichts­büchern und dichterischen Werken, als er zeithcr gelesen hatte, bekannt wurde, welche Gelegenheit er eifrig und nicht zu seinem Nachtheile benutzte.

Stilling besorgte seine Schule unverdrossen: obgleich er aber allen Fleiß anwendete, seinen Schülern möglichst viel Kenntnisse bei zubringen, so fanden sich in der Gemeinde doch auch solche Leute vor, die seine Feinde wurden. Die Ursache lag jedenfalls darin, daß Stilling einer von den Menschen war, die Niemandem glcichgülrig sind: man »rußte ihn entweder lieben oder hassen. Einige sahen auf sein gutes Herz und vergaben ihm seine Fehler gern, Andere dagegen betrachteten dasselbe als dumme Einfalt und seine Gaben als Einbildung und bloße Prahlsucht. Diese leheren nun wurden seine unversöhnlichen Feinde und jemehr er sie mit Liebe zu gewinnen suchte, desto schlimmer sie gegen ihn auftraten, denn sie glaubten, seine Freundlichkeit sei nur Schmeichelei. Und diese Menschen brachten es in nicht zu langer Zeit dahin, daß Stjlling, nachdem ihm der Pastor selbst den Rath dazu gegeben hatte, seiner Gemeinde verkündete, er werde die Schul stelle niederlegen und den Ort verlassen und die Gemeinde solle sich einen anderen Lehrer für ihre Kinder wählen. Der größte Theil der Gemeindcglieder erstaunte über diese unerwartete Erklärung und beklagte den gefaßten Entschluß, Stillings Feinde aber waren sehr