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leitet und schon am Ende des vierten Tages war er wieder versorgt. Jetzt sah er zum ersten Male ein, welch eine große Wahrheit es sei, was ihm sein Vater so oft gesagt hatte:Ein Handwerk ist ein theu­res Geschenk Gottes und hat einen güldenen Boden!" und wurde fast ärgerlich darüber, daß er diesem schönen Berufe so abgeneigt war; er betete daher herzlich zu Gott, indem er ihm für seine gnädige Führ­ung dankte, und schlief bald darauf ein. Am nächsten Morgen aber stand er früh auf und sehte sich an die Werkstatt. Meister Nagel batte keinen andern Gesellen als ihn, aber seine Frau, seine beiden Töchter und seine zwei Knaben halfen ihm fleißig arbeiten.

Stillings Behändigkeit und ungewöhnliche Geschicklichkeit im Schneiderhandwerke gewannen ihm bald die Gunst seines Meisters, seine Freundlichkeit, Gesprächigkeit und Gutherzigkeit aber die Zuneig­ung der Frau und der Kinder desselben. Er war kaum drei Tage im Hause, so war er schon ganz eingewöhnt, und weil er weder Vorwürfe noch Verfolgungen zu befürchten hatte, so war er jetzt ganz zufrieden mit seiner Lage. Gleich den ersten Sonntag schrieb er wieder an seinen Vater und an seinen Oheim, um seine Familie zu beruhigen, denn man kann sich wol denken, daß diese sehr um ihn und um sein Fortkommen besorgt war. Er erhielt auch bald freundliche Antworten auf seine Briefe, worin er zur Demuth und Rechtschaffenheit ermähnt und vor der Gefahr im Umgänge mit unbekannten Leuten gewarnt wurde.

Die Woche hindurch wurde nun fleißig gearbeitet, den Sonntag Vormittag aber gingen Meister und Geselle regelmäßig in die Kirche, wo Stilling, nach eingeholter Erlaubniß des alten Organisten, ge­wöhnlich die Orgel spielte; denn obgleich er das Klavierspielen nie kunstgemäß, sondern mehr durch eigene Uebung erlernt hatte, so spielte er doch den Choral ganz richtig nach den Noten. Ueber sein schönes, erbauendes Spiel waren die Leute so verwundert, daß sie nach Be