Hochbcrg ging nun einige mal die Stube auf und ab, dann sah er wieder Stillingcn an und sagte:
„Sind Sie fest entschlossen, als Präceptor (Lehrer, Hauslehrer) z» serviren?" (dienen?)
Ein einfaches „Ja!" war Stillingö Antwort.
„Verstehen Sie auch Sprachen?"
„Die lateinische so ziemlich."
„Bon, Monsieur! (Gut, mein Herr !) Sie brauchen sie zwar noch nicht, doch ist Ihre Connaissance das Wesentliche in der £>n thographie. (Ihre Bekanntschaft mit dieser Sprache braucht sich bloß auf das Wesentliche der Rechtschreibung zu erstrecken.) Verstehen Sie auch das Rechnen?"
E„Jch habe mich in der Geometrie geübt, und dazu wird das Rechnen gefordert , auch hab' ich mich in der Sonnenuhrkunst und in der höheren Mathematik etwas umgesehen."
„Eh bien, (Sehr wohl,) das ist artig! das convenirt mir! (das sagt mir zu!) Ich gebe Ihnen nebst freiem Tische fünfundzwanzig Gulden für das Jahr."
Stilling ließ sich das gefallen, obgleich ihm der »Gehalt etwas zu gering vorkam, deswegen sagte er: „Ich bin zufrieden mit Dem, was Sie mir noch zulegen werden , und ich hoffe , Sie werden mir geben, was ich verdiene."
„Oni! Ihre Conduite wird determiniren , wie ich mich da zu verhalten habe." (Ja, Ihre Aufführung wird es bestimmen, wie u. s. w.)
Nun ging man zur Tafel. Auch hier sah Stilling deutlich, wie viel er noch zu lernen hatte, ehe er Speise und Trank nach den Vorschriften der in den höheren Kreisen regierenden Mode in seinen Leib bringen werde. Bei all dieser beschwerlichen Sorge fühlte er

