191

vorn Kopfe bis zu den Füßen und antwortete nach einer Weile:Ja, mein Mann braucht und wünscht einen Gesellen; wo seid Ihr denn her ?"

Slilling antwortete:Ich bin auö dem Salcnschcn Lande."

Bei diesen Worten ward die Frau ganz vergnügt und erwiederte : Da ist ja mein Mann auch her, ich will ihn gleich rufen lassen!"

Meister Jsaak war mit einem Gesellen und einem Lehrburschcn in einem Hause in der Stadt in Arbeit; die Meisterin schickte eines von den Kindern hin und ließ ihren Mann rufen. In ein Paar Minuten schon trat Meister Jsaak zur Thüre herein; seine Frau sagte ihm, was sie wußte, und er fragte und erfuhr, was er wissen wollte:

und so ward Stilling sein Geselle. Dieser mußte sich sogleich mit an den Tisch setzen und an dem Mittagscsscn Antheil nehmen

und so war seine Speise wirklich schon bereitet gewesen, als er noch draußen im Walde irre ging und nachdachte: Ob ihm auch Gott diesen Mittag die nöthige Nahrung bescheren würde. Das war der merkwürdige 12. April in Stillingö Leben, der den Spruch zur Wahrheit erhob:Es kann am Abend leicht anders werden, als es am frühen Morgen war."

Als Stilling nun schon mehrere Tage bei Meister Jsaak gear­beitet hatte, fing Letzterer einmal während der Arbeit mit ihm an von seinem Anzüge zu sprechen (der andere Geselle und der Lchrbursche waren nicht zugegen) und erkundigte sich genau nach Allem, was Slilling besaß. Als Jsaak nun Stillings große Armuth erfuhr, stand er sofort auf und holte ihm schönes violettes Tuch zu einem Rocke, einen schönen neuen Hut, schwarzes Tuch zu einer Weste, Zeug zu einem Unterwämschen und zu Beinkleidern und ein Paar gute seine Strümpfe, desgleichen mußte ihm der Schuhmacher Schuhe an­messen und Frau Jsaak fertigte ihm sechs neue Hemden. Nun gab ihm sein Meister auch einen von seinen Rohrstöcken in die Hand;