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Am andern Tage ging er mit seinem Vater nach Lcindorf. Eine Stunde vor dem Dorfe wurde er von ganzen Schaarcn früherer Schüler und Bekannter, die ihm entgegen gegangen waren, begrüßt und von ihnen ins Dorf geleitet. Hier empfing ihn Alt und Jung aufs Herzlichste und im Haufe feiner Eltern wurde den ganzen Tag und die ganze Nacht keine Ruhe, denn man drängte sich,den Heinrich" wieder zu sehen und zu sprechen, der jetztein so großer Mann" geworden war. Am folgenden Morgen nahm Stilling wieder Abschied und eilte dem Ziele seiner Reise rasch entgegen.

15.

Nachdem Stilling 61 Jahr in Schönenthal mit vielen Sor­gen und manchem Kummer zu kämpfen gehabt hatte, lachte ihm end­lich der Stern des Glückes etwas freundlicher. Zwar gab es auch im Laufe der nächsten Jahre noch manches Mißgeschick zu bestehen, doch gestalteten sich die Verhältnisse immer besser und besser und Stilling 'gelangte endlich zu all den Ehren und Auszeichnungen nnd zu einer so ruhigen und sorgenfreien Lebenswallfahrt, wie man sie guten Menschen nur wünschen kann.

Einflußreiche und in hohen Aemtern stehende Personen waren durch Stillings Schriften und durch den vortheilhaften Ruf, den er weit und breit genoß, auf ihn aufmerksam geworden und durch deren Verwendung erhielt er einen Ruf als Professor an die Kameralschule zu Läutern, welchem er Ende Oktober 1778 folgte. Diese ehrenvolle Stellung ward Veranlassung, daß Stilling verschiedene ausgezeichnete Bücher über die Staatswissenschaft verfaßte, und setzte ihn nach dem Tode seiner Christine in den Stand, sich von seiner großen Schulden­last endlich ganz zu befreien.