Gustav Inas«.
Die von der dänischen Königin Margaretha int Jahre 1397 gestiftete Kalinarische Union hatte zwar die drei nordisebcn Reiche Dänemark, Norwegen und Schweden unter der Bedingung vereinigt, daß jedes derselben gleiche Rechte besitzen und keines vor denl andern einen Vorzug genießen sollte; allein der Dänen Könige cr- füllten keineswegs diese Bedingung, sie suchten vielmehr immer Norwegen und Schweden zu unterdrücken, daher herrschte denn auch in diesen beiden Ländern eine ewige Unzufriedenheit und Gährung, welche nickt selten in offene Empörung ausbrach. Unmöglich aber konnten diese Spannungen fortwährend Bestand haben, am allerwenigsten in Schweden, welches am härtesten bedrängt wurde; dieses Land mußte entweder ganz zur dänischen Provinz Herabsinken, oder sich zum unabhängigen und selbstständigen Staate wieder erheben. Und dies Letztere geschah denn auch in der Folge, nachdem König Christian II. von Dänemark, mit dem Beinamen: „der Böse" oder „der Stockholmer Mörder", der 1513 zur Regierung kam, eifrig an der Vernichtung der Freiheit rind Selbstständigkcit des schwedischen Volkes gearbeitet hatte. Diese Arbeit ging indeß nicht so schnell von statten , als er wol selbst wünschte. Es widersetzte sich ihm und der dänischen Tyrannei zuerst die Familie Engelbrecht und später mit noch mehr Nachdruck die Familie Sture, welche eine hohe Vaterlandsliebe beseelte. Man brachte wichtige Verbindungen zu Stande, rief die schwedische Nation unter die Fahnen der Freiheit und rückte mit einer Armee den Dänen entgegen. Es kam bei Vogcsund zu einem Treffen, in welchem leider die Letzteren die Oberhand behielten, und die Schweden mußten sich endlich zu Unterhandlungen verstehen, welche König Christian gern annahm und bei welchen er unter der Bedingung, daß man ihn in ganz Schweden alö Unionskönig anerkenne, völlige Vergebung und

