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Matte, ob Hanneli kommen würde; aber er kam nicht. Da sprachen die Knaben: Er wird wohl kommen, er weiß ja den Weg, wo er uns findet. Aber es ist doch Schade, daß er nicht bei uns ist, sagte Lienhard; denn es ist Sonntag, und wir müssen den zusammen feiern, wie sonst. Aber ich habe auch noch etwas Besonderes vor. Da fragte Wälti: Was ist denn das? Und Lienhard antwortete: Siehe, wir wollen uns ein Kirch- lein bauen! — Da sprach Wälti: Wie mögen wir Knaben ein Kirchlein bauen? Hätten wir auch Steine und Werkzeuge, so fehlet uns doch die Kraft und die Kunst dazu. Auch ist es ja Sonntag, da darf man nicht arbeiten! — Ein frommes Werk darf man wohl thun, antwortete Lienhard. Und es soll kein Kirchlein von Stein und Holz werden, sondern wir bauen es von Zweigen. Siehe, drüben liegen noch Pfähle von einer verfallenen Sennhütte, die dienen uns zu Pfeilern.
Darauf machten sich die Knaben an die Arbeit und sprachen: Wie wird sich Hanneli wundern, wenn er das Kirchlein siehet. : — Nun arbeiteten sie mit frischem Muthe, und bald hatten sie das Hüttchen vollendet. Es stand auf einer hohen Alp an einem lieblichen Thale, das nur gegen Morgen sich eröffnete in eine unermeßliche Aussicht; an der andern Seite strebten die Berge empor bis weit über die Wolken, und von oben glänzten die weißen Eismasfen, jetzt verglühend im Strahl der Morgensonne. Darauf pflückten die Knaben die herrlichsten Blumen des Alpcngebirgs, die goldfarbige und blaue Enziane, Aurikeln und Ranunkeln und andere, und flochten daraus Kränze und Gewinde und schmückten damit die Seiten ihres Tempelchens. Auch baueten sie einen Altar von Rasen und bekränzten ihn mit den schönsten Blumen. — Darauf warteten sie, ob Hanneli käme. Aber er kam nicht. Run schauetcn sie von der Höhe hernieder, ob sie nicht seine Heerde von ferne sähen; aber sie sahen keine Heerde und keinen Hirten. — Endlich hörten sie von ferne aus dem Dörflcin das Sonntagsglöcklein läuten.
Da sagte Lienhard: Komm, Wälti, jetzt ist's auch unsere Zeit, in's Kirchlein zu gehen. Nun trieben sie die Heerde in das Thal nahe bei dem Hüttchen und sagten zu den Ziegen: Graset nur fein und seid stille! Wir müffen in's Kirchlein gehen!

