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begegnete ihr der Wolf. Der böse Gesell hätte sie gern aufgefressen, aber er wagte es nicht, weil mehrere Holzhauer in der Nähe waren.
„Wohin gehst du denn, mein Kind?" — fragte er Rothkäppchen.
Rothkäppchen kannte den Wolf noch nicht, und wußte nicht, was er für ein grimmig gefährliches Thier ist; darum antwortete sie ganz freundlich:
„Ich will zu meiner Großmutter gehen und ihr ein Töpfchen Milch und Kuchen bringen. Meine Mutter schickt mich hin." —
„Wo wohnt denn deine Großniutter?" — fragte der Wolf. „Wohnt sie weit von hier?"
„Ei ja freilich," erwiderte Rothkäppchen, „sie wohnt drüben jenseits der Mühle im ersten Häuschen rechts, wenn man zum Dorfe hiuein kommt." —
„Nun gut, dann will ich auch hingehen," sagte der Wolf. „Geh' du diesen Weg, Rothkäppchen, und ich will den andern einschlagen, und dann wollen wir doch sehen, wer zuerst hinkommt." —
Rothkäppchen war es zufrieden, und der Wolf fing an zu laufen, und lief, so schnell ihn seine Beine tragen wollten. Rothkäppchen schlenderte indeß langsam im Walde hin, pflückte sich rothe und blaue Beeren ab, lief auch wohl einem bunten Schmetterlinge nach, wenn gerade einer über ihren Weg flog, und band sich einen Blumenstrauß von den vielen schönen Blumen, die links und rechts auf den Wiesen blühten.
Es dauerte nicht lange, so kam der Wolf bei dem Hause der Großmutter an, und klopfte laut an die Thür. „Poch! Poch!" — ging es.

