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„Wer klopft da?" — fragte die Großmutter.
„Ich bin es, Rothkäppchen, dein Töchtcrlein!" — antwortete der Wolf mit verstellter Stimme. „Laß mich herein, Großmutter! — Ich bringe dir süße Milch und frischen Kuchen." —
Die Großmutter lag im Bette und konnte nicht aufstehen, weil sie nicht recht munter war, und darum antwortete sie: „Drücke nur an die Klinke, dann wird die Thür aufgehen!" —
Der Wolf drückte auf die Klinke und die Thür öffnete sich. Kaum aber war der Wolf in der Stube, so stürzte er auf die Großmutter los, und verschluckte sie in einem Bissen mit Haut und Haar. Denn er war gewaltig hungrig, weil er seit drei Tagen Nichts gegessen hatte.
Hierauf machte er die Thür wieder zu, so wie sie gewesen war, legte sich in der Großmutter Bette, deckte sich säuberlich zu und beschloß still und heimlich verborgen zu bleiben, bis Rothläppchen kommen würde. Einige Zeit nachher klopfte es an die Thür.
„Wer ist da?" — fragte der Wolf.
Rothkäppchen hörte die grobe Stimme des Wolfes und erschrak gewaltig. Doch dachte sie endlich, die Großmutter möchte wohl heiser sein, und antwortete:
„Rothkäppchen ist es, dein Töchterchcn! — Laß mich herein, Großmutter; ich bringe dir süße Milch und frischen Kuchen." —
„Drücke mir auf die Klinke, mein Töchterchcn," antwortete der Wolf, und machte seine Stimme so sanft und fein, wie möglich. „Drücke nur recht fest, dann wird die Thür schon aufgehen." —
Rothkäppchen folgte der Weisung, die Thür sprang
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