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Der König sah ein, daß seine Räthe nicht Unrecht hatten, und nach kurzer Ueberlegung versprach er, daß er daran denken wolle, sie zufrieden zu stellen.

Ohne Zögern schaute er sich unter den Prinzessin­nen um, und suchte nach einer Gemahlin, welche er würde lieben können. Alle Tage brachte man ihm Conterfeis von den schönsten Königstöchtern rings umher, aber auch nicht eine einzige schien ihm so reizend, wie seine selige Frau, und darum verschmähte er sie alle. Wer aber allzu wählerisch ist, wählt zuletzt nicht immer das Beste. So erging es auch dem Könige. Als er endlich wieder hei- rathete, fand er bald, daß seine Gemahlin sehr stolz und herrschsüchtig war, und mit strenger Hand das Regiment im Hause führte.

Mittlerweile wuchs seine Tochter, die Prinzessin, zu einer wunderschönen Jungfrau heran, und es gefiel der Königin, sie mit dem Prinzen Rupert, ihrem Neffen, zu vermählen. Prinz Rupert war aber ein böser Mensch, und die Prinzessin verachtete ihn wegen seines grausamen Her­zens und seiner schlechten Gesinnungen, von denen er schon viele Beweise gegeben hatte.

Gleichwohl wußte es die Königin einzurichten, daß auch der König ihrem Wunsche beistimmte, und der Prin­zessin mit strenger Miene ankündigte, daß sie ihren Vetter Rupert zum Gemahle annehmen müsse.

Die junge Prinzessin fiel beinahe in Ohnmacht vor Schrecken, als sie diesen Befehl ihres Vaters vernahm. Sie warf sich bleich und entsetzt zu seinen Füßen nieder, umklammerte seine Kniee, und bat ihn unter strömenden Thränen, diese schreckliche Absicht aufzugeben, und sie nicht zu zwingen, einen so bösen Menschen zu hcirathen.

Hoffmann, Volksmärchen, v. Ausl. 4