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ist schwer, fest und dauerhaft; es wird zu Schwellen, Balken und Latten gebraucht. Die größten und geradesten Stämme werden zu Mastbäumen verwendet. Schreiner, Glaser, Wagner und Böttcher oder Kübeler brauchen das feste, harzige Kiefernholz. Das feinste und geradspaltigste sucht der Klavier- und Orgel­bauer. Die fetten Wurzeln und das Stamm­ende werden zu Kienspähnen gehauen. Es wird Theer, Kienöl, Pech und Kienruß aus ihnen gewonnen.

Die Weiß- oder Edeltanne. Unter den deutschen Nadelhölzern ist dies der höchste und stärkste Baum, er wird 160 bis 180' hoch und zwei - bis dreihundert Jahre alt. Die Rinde ist aschgrau und sieht von ferne weiß aus. Das Holz wird vorzüglich wegen seiner Leich­tigkeit zu Mastbäumen gewählt. Man nimmt es auch, weil es leicht und gutspaltig ist, zu Schnitzwaaren, Schachteln, Siebrändern. So sind die meisten Spielwaaren, welche zu Sonnen- berg gemacht werden, von Tannenholz. Eimer, Butten und Kübel von dem Holz der Weiß­tanne haben ein sehr weißes und reinliches Aussehen. Die Jnstrumentcnmacher benutzen das feine Tannenholz zu Violinen, Zithern und Resonanzböden. Das Harz, welches aus der Rinde des Stammes fließt, ist der gemeine Terpentin; das Terpentinöl wird aus den jungen Zapfen gewonnen, die man um Johannis bricht, zerhackt und mit Wasser kocht, wo es dann auf dem Wasser schwimmend abgeschöpft wird.

Die Rothtanne oder Fachte ist unter den deutschen 'Nadelhölzern das gemeinste. Da­durch, daß ihre Zweige nach der Spitze zu sich stufenweise verkürzen und quirlförmig um den Schaft stehen, gewinnt der Baum das Ansehen einer Pyramide. Die Zweige stehen recht­winkelig vom Stamme ab. Die Rinde ist röth- lich und rostroth (daher der Name), überall mit kleinen Schuppen besetzt. Das Holz wird zu Bohlen und Brettern benutzt, auch von dem Böttcher und Jnstrumentcnmacher gebraucht. Die Rinde ist ein gewöhnliches Gerbcmittcl, Gartenhäuser und Schuppen werden mit ihr bedeckt und beschlagen. Aus dem Harz wird Pech gewonnen.

Die Pinie oder Nußkiefer hat Spanien, Italien und das südliche Frankreich zum Vater­land ; es ist ein hoher, starker Baum, wie die gemeine Kiefer, mit einer glatten, dunkelbraunen Rinde bedeckt, die Nadeln werden 2 / 3 Zoll lang, die Zapfen 4 bis 6 Zoll groß, und sind glänzend glatt, von gelbbrauner Farbe. Die Nüsse der Pinie sind */s Zoll lang und haben einen süßen, wohlschmeckenden Kern. Das Holz dauert, weil es wenig Harz hat, in- der Feuchtigkeit nicht lange.

Die hier abgebildete Sägemühle dient dazu, um aus Stämmen Bretter und Dielen zu schneiden. Sie wird von einem kleinen Bach, den wir auf der rechten Seite wahrnehmen, getrieben. Ein viereckiger Rahmen, in dessen Mitte sich ein viereckiges Sägeblatt befindet, wird durch das Sägewerk auf und nieder be­wegt. Das Holz, welches zerschnitten werden soll, oder der Bloch, bewegt sich nach der Säge hin. Der Bloch liegt nämlich wagrecht auf dem sogenannten Wagen oder Schlitten und wird, wenn er seiner Länge nach einmal durchge­schnitten ist, auf ein durch das Räderwerk gegebenes Zeichen mit der Klingel, welche den Müller herbeiruft, von der Säge zurückge­trieben, um eine Brcttdicke seitwärts gestellt, und von 'Neuem an die Säge zum zweiten Schnitt herangezogen.

Waldleben.

Während in den Dörfern Thüringens, welche auf dem breiten Rücken der Verberge d. h. in dem wellenförmigen Muldenlande liegen, die meisten Einwohner mit dem Ackerbau be­schäftigt sind, ist auf dem Thüringer Walde der Forst der vorzüglichste Arbeitgeber. Außer der großen Zahl von Jünglingen und Männern, die fortwährend in seinem Brote sind, und der weit größeren Menge von Frauen und Kindern, die er durch seine Geschenke an Holz, Beeren und Schwämmen erfreut, ist er auch Obcrlehns- hcrr der modernenkleinen Herren," der Fabrik­besitzer, die ohne die Unterstützung des Forstes in Thüringen nicht bestehen können.