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Darre rasch getrocknet sind, kommen sie in die Krappmühle, wo sie gestampft und gesiebt werden. Mit Krapp färbt man hauptsächlich das sogenannte türkische Roth; aber auch eine gelbe Farbe läßt sich daraus bereiten.
Der Senf (3. Bild) wächst theils wild, theils wird er angebaut. Der weiße Senf hat einen gelblichen, der schwarze einen dunkelbraunen Saamen. Beide Arten dienen als Gewürz zu Speisen, außerdem aber in Krankheiten als ein Hautreizendes Mittel. Aus dem schwarzen Senf wird das Senföl bereitet, welches auf der Haut wie Nesseln wirkt und von stechcndein Geruch ist.
Die Schlüsselblume oder der Him- melsschlüssel (4. Bild). Diese Frühlingsblume fiudet sich in Wäldern und auf Wiesen. Die Blüten geben einen bekannten Thee. Auf dem Hochgebirge, oft in einer Höhe von 4000', wächst eine sehr kleine Schlüsselblume auf dem Felsgeröll, weite Strecken überziehend von der schönsten Purpurfarbe. In den Gärten gibt es gelbe und rothe Schlüsselblumen oder Primeln. Auch die bekannten Aurikeln gehören zu den Schlüsselblumen.
Die Kamille (5. Bild). Auch diese Blume liefert einen sehr schätzbaren Thee; sie enthält ein blaues, ätherisches Oel, das Kamillen- Oel. Die Pflanzen liefern entweder fette oder ätherische Oele. Die ersteren sind dick, fettig und flecken; die letzteren sind dünn, verdunsten schnell, flecken nicht und haben einen brennenden Geschmack. Alle riechenden Pflanzentheile enthalten ätherisches Oel, z. B. die Blüten der Rose, der Kamille, der Saame des Kümmels, des Senfs, des Wachholdcrs, die Blätter und Zweige der Nadelhölzer, die Wurzeln des Baldrian; ferner die Blüten der Citronen und Pomeranzen, des Lavendels, der Gewürznelke, die Saamen von Anis, Fenchel, Dill, Lorbeer, Petersilie und bittern Mandeln; die Schalen der Citronen und Pomeranzen, die Blätter und Zweige der Krausemünze, Pfeffer- münze, Melisse, Raute, des Salbeh, Majoran, Thymian, Rosmarin, die Wurzeln des Calmus. Fette Oele werden gewonnen aus Oliven, Lein,
Hanf, Mohn, KürbiSkerncn, Wallnüssen, Bucheckern, Raps, Mandeln und Kokosnüssen.
Das 6. Bild zeigt uns ein Arzeneifläsch- chen, eine Salbenbüchse, eine Theetasse mit Löffel und Zucker, was an die eben beschriebenen Arzencipflanzen erinnert.
Der Hopfen (7. Bild). Der wilde Hopfen wächst im Gesträuch und an Zäunen, der angebaute wird in besonderen Hopfengärten an langen Stangen gezogen und erreicht oft eine Höhe von 40', während der wilde nur fünf Fuß hoch wird. Der eckige, rauhe, scharfe Stengel windet sich links um seine Stütze, während die übrigenRankengewächse sich r echts winden. Die traubenartig herabhängenden Blüten enthalten einen aromatischen, bittern Stoff, welcher in der Arzenei und besonders beim Bierbrauen angewendet wird. Die von gerösteter Gerste abgezogene Brühe erhält durch die Zuthat des Hopfens eine angenehme Kraft und Stärke. Wie geht es aber beim Bierbrauen zu?
Die Gerste kommt zuerst iu einen Bottich und wird mit Wasser übergössen. Dann werden die erweichten Körner in einem Keller auf Steinplatten aufgeschichtet und mehrmals umgewendet. Die Körner erwärmen sich und keimen, und sobald der Keim etwas länger ist als das Korn, hat das letztere einen süßen Geschmack angenommen, weil sein Stärkemehl sich größten- theils in Zucker verwandelt hat. Jetzt heißt die Gerste Malz, wird auf den Trockenboden und dann auf die Malzdarre gebracht, das ist ein großes Blech mit Löchern, unter dem ein Feuerkanal die Luft erhitzt. Beim Trocknen brechen die Keime ab und fallen durch die Löcher. Je heißer die Darre, je brauner das Malz und später auch das Bier. Jetzt wird das Malz geschroten oder grob gemahlen und kommt in den Maischbottich. Hier wird es zuerst mit kaltem, dann mit siedendem Wasser übergössen, wohl umgerührt, sodann in die Braupfanne, einen kupfernen Kessel, gebracht und gekocht, ' wobei die Hopfen zugefügt werden. Ist das Kochen beendet, so wird das Bier oder die Würze in einem Bottich mit durchlöchertem Boden geseiht, und dann aufs Kühlschiff ge- v
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