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Drittes und

Remohner 3iußsanhs.

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Der Kosak ist geborner Krieger und liebt die Feldarbeit nicht; nur weil die Noth ihn dazu zwingt, arbeitet er so viel als er zu seinem Unter­halte nöthig braucht. Statt die Steppen zu bewässern und zu bebauen, schweift er auf seinem Rosse umher oder streckt sich auf einer schattigen Stelle nieder, um sich dem süßen Schlafe, den er über Alles liebt, zu ergeben. Da das Land wasserarm ist, siedeln sich die Kosaken meist nur an Flüssen an.

Ihre Viehzucht ist unbedeutend, destomehr Sorgfalt widmen sie ihren Pferden, die ihnen oft höher als Weib und Kind stehen und mehr als diese gepflegt werden. Als frommer Christ versäumt der Kosak nicht, von Zeit zu Zeit den Schutzheiligen seines Landes, den heiligen Ni- claus, anzuflehen, übrigens beherrscht ihn der Glaube an ein unerbittliches Fatum ebensosehr wie den Türken, und, von ihm geleitet, stürzt er sich blind jeder Gefahr entgegen. Da das Volk der Kosaken aus verschiedenen Völkern sich von Zeit zu Zeit gebildet hat, so ist auch ihre Tracht verschiedenartig. Meistens ist es bei den Män­nern ein Rock, der kaum bis ans Knie reicht, unter ihm ein seidener Kaftan mit silbernen Knöpfen besetzt und durch einen reichgcstickten Gürtel zusammengehalten. Auf dem Kopfe tragen sie eine hohe Mütze von brennend rothem Sammet, mit Gold gestickt und mit Troddeln besetzt. Die Tracht der Frauen ist der der Männer fast gleich, nur ist der Ober­rock länger. Von dem Knie an werden die meist weißseidenen und weiten Beinkleider sichtbar. Der Kopfputz unterscheidet sich wenig von dem der Russinnen. Der echte Kosak hat eine hohe, noble Figur. Der starke schwarze Schnurrbart zieht sich bis zum Kinn'herunter. Das Kosaken­mädchen ist stets eine liebliche Erscheinung.

Heiterer Sinn und Sorglosigkeit sind die Eigenschaften, welche die Kosaken vor Allem

viertes Bild.

Dü5 Jaörcn mit Hunden.

auszeichnen; kein Unglück vermag sie zu beugen.

Alle sechs Jahre zieht der Kosak hinaus in die Fremde und bewacht für eine gleiche Zeit die fernsten Grenzen des russischen Reichs. Der Daheimgebliebene bebaut die Felder, deren Er­trag ihm allein gehört, und besorgt die Vieh­zucht. An Sonntagnachmittagen versammelt sich die ganze Gemeinde, Alt und Jung, auf der grünen, mit den schönsten Blumen ge­schmückten Steppe, um sich der Fröhlichkeit hinzugeben. Nur die betagten Mütterchen bleiben daheim oder setzen sich vor die Thür um Alles, was vorgeht, zu beobachten. Die Männer setzen sich in einen Kreis, rauchen ihr kurzes Pfeifchen und erzählen sich aus ihrem thatenreichen Leben.

Schon von frühester Jugend an werden die Kosakenknaben für ihre dereinstige Beschäftigung vorgebildet. Jeder Knabe ist Soldat, und es bleibt ihm nichts übrig als das Kriegshand­werk. Bald nach der Geburt erhält er schon Lanze und Flinte. Schon zeitig lehrt der Vater seinen Sohn das Roß besteigen und es mit ge» schickter Hand zu unterwerfen. Mit kleinen Lanzen spielt er täglich. Alle seine Spiele sind Kriegsspiele und endigen nicht selten blutig. Keine Thräne aber wagt der Schmerzgetroffene zu vergießen, denn ein allgemeines Gelächter würde nur seinen Schmerz vermehren. Kaum kann der Jüngling die Zeit erwarten, wo ihn das Vaterland ruft; im Kriege allein fühlt er sich in seiner Kraft, und findet ihn im Alter der Tod auf seiner Scholle, so bittet er, daß Lanze, Flinte, Mütze und Reitpeitsche hinter dem Kreuze auf sein Grab gestellt werden.

Die Speisen und Getränke der Kosaken sind lange nicht so einfach, als man glauben sollte, und bei großen Festen verstehen sie mit vieler Kunstfertigkeit die Tafel mit den verschieden-