dankten Gott für ihren Sieg und reinigten sich, durch die Berührung der heiligen Stätte, von ihren Sünden.

So ward das Grab Christi befreit, und das große Ziel der Abendländer ruhmvoll errungen. Um das.Errungene zu behaupten, schufen die Pilger das heilige Land in ein christliches Kö­nigreich um, und erhoben Gottfried von Bouillon zum ersten König von Jerusalem. Doch dieser nahm keine Krone an in der Stadt, wo Christus eine Dornenkrone getragen. Gottfried behaup­tete das Reich und vererbte es nach seinem Tode seinem Bruder. Aber die Türken machten immer neue Versuche, ihren alten Besitz wieder zu erobern, und der Neid und die Uneinigkeit der Christen erleichterten ihnen manchen Sieg. Neue Kreuzfahrer, die aus Europa zu Hülfe eilten, verunglückten öfter unterwegs. Dem

großen Sultan Saladin vermochten sie nicht zu widerstehen, und in einer furchtbaren Schlacht bei Tiberias wurde ihre Macht gänzlich ge­brochen, König Guido von Jerusalem gefangen, fast alle Christen umgebracht und kurz darauf Jerusalem wieder genommen. Kaum war die Kunde dieser großen Niederlage ins Abendland gedrungen, so loderte der Geist christlichen Hel­denmuths bei allen Nationen von Neuem auf. Der fromme Kaiser Barbarossa selbst nahm das Kreuz. Er ertrank aber unterwegs und wurde in Antiochien begraben. Sein Heer wich zurück und wurde von Krankheiten aufgerieben. Erst seinem Enkel Friedrich II. gelang es, einen Frie­den mit den Muhamedanern herzustellen. 200 Jahre dauerten die Kreuzzüge; zwei Kaiser, aus der Linie der Hohenstaufen, erwarben sich darin unsterblichen Ruhm.

Viertes Bild.

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liegt zwei Stunden südlich von Jerusalem, es heißt zu deutsch Brodhaus, auch genannt Ephrata, die Fruchtbare. Ein freundliches Städtlein auf zwei Hügeln mit 3000 Ein­wohnern. Dies ist die Heimath der Naemi, der Schwiegermutter Ruth's. Hier hütete David die Schafe seines Vaters. Hier wurde Christus geboren, so daß erfüllet ward, was der Prophet vorher verkündet:

Und du Bethlehem Ephrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist."

Die Gegend umher ist reich an Feuersteinen; der Boden ist sehr fruchtbar. An den Berg­abhängen wächst Wein in Fülle. Mandel-, Oel- und Feigenbäume überkleiden die Hügel und zwischen den nackten Felsen schimmern üppige Saatfelder hervor. Am östlichen Hügel des Städtchens liegt ein stattliches Kloster über der Geburtsstätte des Heilands. Darin ist

eine Kirche, eine der ältesten des Morgenlandes, deren Dach von 48 Säulen getragen wird. Unter dem Hochaltar ist die Geburtsstätte 40 Fuß lang, 12 Fuß breit und 9 Fuß hoch, mit vielen Lampen erhellt, mit Gold und Marmor- aufs Reichste verziert.' Alan steigt auf einer marmornen Wendeltreppe 16 Stufen zu dieser Grotte hinunter. Ueber der Stelle der Geburt ist ein Altar; am östlichen Ende, in einer Nische unter demselben, ist eine weiße Marmortafel, worauf eine silberne Sonne mit vierzehn Strahlen, mit eingelegten funkelnden Steinen; darauf steht die lateiuische Inschrift: Hier ist von der Jungfrau Maria Jesus Christus ge­boren worden.

In den Bergen Judas giebt es viele Höhlen der Art, die als Ställe oder Wohnungen be­nutzt wurden. Zehn Minuten südöstlich von Bethlehem breitet sich ein grünes Wiesenthal aus von weißen Kalkfelsen eingefaßt. Dies ist die Hirtenaue, auf welcher die Hirten ihre Heerden weideten, als die Botschaft der Engel