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Ein kräftiger Sklave wird in Amerika gut und ein geschickter Arbeiter noch besser bezahlt. Es war ehemals ein großer Gewinn zu machen mit diesem schaudererregenden Menschenhandel, der seitdem wohl beschränkt, aber noch nicht abgestellt worden ist. Wenn der neue Herr auf dem Sklavenmarkt einen Neger gekauft hat, so läßt er ihm sofort seinen Namen auf die Haut brennen und ihn in seine Besitzungen abführen.
Unser Blatt stellt eine Negerfamilie dar. Die theils hohen, theils breiten Gefäße sind von Thon; die langen Wurfspieße nennt man Hassa- gcien; die Hütten sind auf die einfachste Art gebaut, mit Erde und Flechtwerk geklebt und mit Banmblättern gedeckt. Die wenigen Tuchlappen, welche zur Bekleidung dienen, sind aus baumwollenen Zeugen.
Zweites Bild.
Die Raffern.
Die Kaffern sind von den Völkern Afrikas die schönsten und gebildetsten. Ihre Farbe ist schwarzgrau, dem neugeschmiedeten Eisen ähnlich. Ihre Lippen sind dick, wie die der Neger, auch haben sie noch schwarzes Wollhaar; aber die Nasen sind gerade oder gebogen, wie bei den Arabern, und die Stirn ist hoch und liegt nicht zurück. Sie sind groß gewachsen und haben eine gerade, edle Haltung. Sie treiben Viehzucht und etwas Ackerbau. Ihr Charakter ist kriegerisch; sie sind der europäischen Kultur nicht hold, da sie dieselbe nicht von der vortheil- hastesten Seite kennen lernten, denn sie wurden im Krieg mit den Holländern oft sehr grausam und gar nicht christlich behandelt. In neuester Zeit führen sie Krieg mit den Engländern. Sonst sind die Kaffern gastfrei, klug und ge- wandt. Einige Stämme (es giebt deren viele, die unter sich in keiner Verbindung stehen) sind sehr weit in der Kunst, Eisen, Kupfer und Gold zu schmieden und zu allerlei Geräthen und Schmucksachen zu verarbeiten. Wo sie grausam und streitsüchtig sind, da sind sie es durch den Verkehr mit den Europäern geworden. Die gebildeten, christlichen Europäer haben sich schon sehr oft an den armen Wilden in Afrika und Amerika versündigt. Der Ackerbau steht bei den Kaffern auf der untersten Stufe. Einen Pflug kennt man nicht. Die Saat (besonders
stark gebaut wird eine Hirsenart, Kaffernkorn genannt) werfen sie auf den Acker, wie's kommt. Dann wird das Feld mit einem hölzernen Spaten umgegraben, das Unkraut läßt man eine Weile wuchern und sieht es sogar gern auf dem Acker, weil es in dem heißen dürren Boden die Feuchtigkeit halten hilft. Sobald aber die ersten Getrcidcpflänzchen sich zeigen, wird es sorgfältig ausgejätet. Ist die Frucht reif, so wird sie mit Haffageien (Spercn) abgeschnitten und mit kleinen Stückchen ausge- droschen. Um das Korn von der Spreu zu reinigen, wird es gegen den Luftzug in die Höhe geworfen. Man bäckt Brod aus dem Kaffernkorn. — Die Wohnungen der Kaffern sind gewöhnlich, nüe die der Neger, schmale Stangen, die umgebogen, an beiden Enden in die Erde gesteckt und mit Schilfmatten bedeckt werden, welche man mit Steinen beschwert. Diese Hütten sind etwa 14 Fuß lang, 10 Fuß breit und 5 Fuß hoch. (Siehe die Abbildung.) In solchem Raum sind 12—14 Menschen beisammen. Der Eingang ist nur 3 Fuß hoch, so daß Erwachsene auf allen Vieren ein- und auskriechen müssen. Bei den Kaffern werden die Stangen oberhalb mit Matten und Fellen bedeckt; auch füllt man die Zwischenräume unten mit einer Art Flechtwerk aus, und bewirft sie mit einem Mörtel, der aus Lehm und Kuhdünger gemischt

