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viele Gemächer, von denen drei aufeinanderfolgende durch eine Brücke mit einer Kapelle in Pcrbindung stehen. Zu beiden Seiten der letzteren erheben sich im Tempelhofe selbst zwei Ricsenelephanten und Obelisken. Eine Brücke, woran sich ein Porticns und eine Vorhalle schließen, führen zum Hanpttcmpcl. Dieser ist 103 Fuß lang, 50 Fuß breit, 17 Fuß hoch, worüber sich noch Dome und die höchste Pyramide des Tempeldaches 90 Fuß erheben. Er wird
von vier Pfeilerreihen, je zu vier Pfeilern, gestützt; seine Ecken werden von Elephantenkolosscn getragen; ihm znr Seite stehen noch kleinere Steinpagoden und Kapellen. Alle Wände, die inneren und äußeren, sind von Ornamenten, Sculpturen und Reliefs wie übersäet, nirgends riesige Dimensionen, bedeutender Reichthum gespart, überall ein phantastischer Sinn thätig, das Erhabene mit dem Grotesken, das Jmpo- nirende mit dem Widerlichen bunt gemischt.
L1 s i e ii.
Wir beginnen mit der Mitte von Asien. Da liegt ein von Gebirgen umschlossenes, länglich viereckiges Hochland von 3000 Fuß Erhebung — der höchste Theil Asiens: die Mongolei. Ein merkwürdiges Wüstenlaud. Die alten Scythen, die Urbewohner, behaupteten, dieses Land sei nach der Sündfluth ain ersten trocken geworden und von hier aus hätten sich die Menschen über die Erde ausgebreitet. Die Mongolei (dem Kaiser von China gehörend) ist 400 Meilen lang und 100 Meilen breit. Im Norden zieht das Altaigebirge, im Süden der Himalah hin, aus welchem der Dawalagiri, der höchste Berg der Erde, emporragt. Er ist 26,000 Fuß hoch. Die Mongolei können wir als das erste Glied Asiens, als ein Hauptglied betrachten, um welches sich sechs Tiefländer ringsum als Nebengliedcr anlegen.
Es versteht sich von selbst, daß der Ueber- gang von einem Hochland zum Tiefland nicht auf einmal erfolgt, sondern allmälig, terrassen- artig, durch Gebirg und Alpenländer. So kommt man z. B. von der Mongolei nach Vorderindien durch das schmale Alpenland Tibet, wo die Kaschmirziege weidet.
Drei Unterglieder liegen im Süden: a) das Kaiserthum China, Il/^mal so groß als Europa; nach Rußland der größte Staat auf der Erde. China heißt die Blume der Mitte, der chinesische Kaiser nennt sich den Sohn des Himmels, b) Hinterindien, mit einer langen Halbinsel nach Australien hinunterweisend. Hier gehen
drei Ströme parallel mit einander nach Süden; in dem wohlbewässerten, waldbedccktcn Lande giebt es weiße Elephanten und jene Schwalb en- art (Salangane), deren Nester gegessen werden, c) Vorderindien, eine trichterförmig zugespitzte Halbinsel mit der Elephanten-, Perlen- und Zimmet-Jnsel Ceylon im Süden und dem Dawalagiri im Norden. Eine reiche Natur in diesem Land! Herrliche Ströme, unermeßliche Waldungen, Gold, Silber und Diamanten in den Gebirgen. Ain Ganges, ihrem heiligen Strom, leben, die Ufer entlang, die frommen, friedsamen Hindus, das älteste Volk der Erde. Sie sollen ein so feines Zeug weben können, daß zwanzig. Ellen davon in eine Schnupftabaksdose gehen. Ein Tiefland im Westen: die Tartarei, das tiefste Land der Erde. — Ein Glied liegt im Osten: e) die Mandschurei; dies Land gehört zu China und ist wenig bekannt. — Ein Glied im Norden: 1) Sibirien, das größte Tiefland, der flache Nordrand ganz Asiens. Sibirien ist der Verbannungsort für russische Staatsverbrecher.
So hätten wir denn als erstes Hauptglied die Mongolei mit sechs Nebengliedern.
I. Mongolei.
1. Vorder-Jndien l . ,_,
2 . ® ubtn -
3. China 1 . _
4. Die Mandschurei J 1 ' ett ‘
5. Sibirien im Norden.
6. Die Tartarei im Westen.

