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Bedeutung. Der Indianer schreibt demselben übernatürliche Kräfte zu und betrachtet ihn als seinen Schutz und Leiter durch's Leben. Oft wird dieser Sack sogar angebetet, Feste werden seinetwillen gefeiert, Hunde und Pferde ihm zu Ehren geopfert, und wenn man denselben belei­digt glaubt, werden Tage und Wochen in Reue und Fasten zugebracht, um ihn wieder zu ver­söhnen.

Der Medicinsack besteht aus der Haut irgend eines nach besonderer Vorschrift gewonnenen Thieres; gemeiniglich dienen Moschusratte, Bi­ber, Otter, Wolf, Maus, Kröte, Sperling oder Schlange zu dessen Anfertigung. Sobald ein Knabe 14 Jahre alt ist, wandert er nach einem einsamen Orte im Walde, wo er sich auf den Boden wirft, und in dieser Lage den großen Geist anbetend, zwei, drei und oft sogar vier Tage, ohne irgend welche Nahrung zu sich zu nehmen, verbleibt. Gestattet sich derselbe endlich zu schla­fen, so glaubt er, daß das erste Thier, von dem er träumt, dasjenige sei, welches ihm der große Geist für den erwähnten Zweck bezeichnet. Der Knabe geht jetzt zurück zu seines Vaters Hütte, nimmt Nahrung zu sich, und wandert hierauf wieder hinaus in die dunklen Wälder, um das erträumte Thier zu jagen. Sobald ihm dies gelungen, zieht er ihm die Haut ab, bereitet und verziert diese nach seiner Phantasie, und führt diese Haut dann in Form eines Sackes mit sich, als seine Stärke in der Schlacht, als seinen

Trost und seinen Schutzgeist im Tode, der ihn hinführen soll nach den ewigen Jagdgründen der Vorangegangenen.

Der Indianer schätzt diesen vermeintlichen Talisman über Alles; er kann niemals verleitet werden, denselben zu verkaufen; und hat er das Unglück, ihn in einem Gefecht zu verlieren, so kann er denselben nur durch den Medicinsack eines Andern ersetzen, den er mit eigener Hand todtschlägt.

Was die röligiösen Vorstellungen der In­dianer betrifft, so kann man nicht sagen, daß die amerikanischen Urbewohner keine Religion haben; denn sie glauben an einen guten und an einen bösen Geist, sie können sich weder einen Wasscrfall, noch einen Berg, noch einen Stein vorstellen, dem nicht irgend ein Geist innewohnte. Im Blitz und Donner machen sie sich eine Vor­stellung von dessen Gewalt, im Wachsthum der Lebensmittel erblicken sie seine Güte. Dabei besitzen die Indianer viele Wundersagen und mystische Gebräuche und sind unendlich aber­gläubisch. Aber ihr Begriff von einem künf­tigen Leben beschränkt sich darauf, daß die Bösen zum ewigen Tragen von eisernen Ketten verur- theilt sein werden, während die Braven in ein Land gelangen, wo die Bäume beständig grün, die Jagdgründe immer thierreich, die Wasser immer fischgefüllt sind, wo die Sonne niemals untergeht und das ganze Dasein einem nie enden­den Feste der Freude und des Tanzes gleicht.

Zweites Bild.

Die Zauchos.

Die weiten Strecken der Pampas in Süd- amerika zerfallen in drei Regionen, davon die erste, etwa 30 Meilen weit, mit Klee und Disteln bedeckt ist. Die zweite Region, die sich etwa 80 Meilen weit ausdehnt, bringt lan­ges Gras hervor; die dritte reicht bis zum Fuß der Cordilleren und ist ein niedriger Wald von Bäumen und Sträuchern.

Das Klima ist im Sommer hier drückend heiß, im Winter so kalt, daß der Boden sich während der Nacht mit Schnee und Eis bedeckt. In einigen Gegenden sieht man die Ebene mitten im Sommer ganz weiß erscheinen, wie von einem Schneegestöber, das der Wind in Haufen ge­trieben. Es ist aber Salz, welches sich wie Reif um Grashalme und die Erhebungen des