A-2 ilUT

MSB

MKWi

Hier seht Ihr ein Stück von dem Brode, welches Peter Prasser aus Flottensleben in seinen alten Tagen mit Thränen, weil er in seiner Jugend ein Verschwender war.

Wieder ein höchst bedauerlicher Gegen­stand, hochgeehrtes Publikum. Es ist dieß das unsinnige Ding, welches Ursache war, daß Florentine von Wespentaille auf Schloß Rettelstein in der schönsten Blüthe ihrer Jahre sterben mußte.

# Dieser letzte Gegenstand, den Ihr jetzt vor Augen habt, ist ein ganz besonders werthvoller und rarer, weil er leider viel zu selten vorkommt. Es ist die Ohrfeige, welche der fünfzehnjährige David Gelb­schnabel aus Qualmskirchen von seinem Vater bekam, als dieser ihn mit der ersten rauchenden Cigarre erwischte.

Und somit, mein liebes, kunstsinniges Publikumchen, ist mein Raritätenkasten erschöpft. Es dankt für gütige Auf­merksamkeit Kladderadatsch.

Das greise, gebrechliche Männ- lein, welches Ihr hier erblickt, ist Felix Schandbub aus Roh- thal, der als Knabe oft die alten Leute verspottete.

Dieß ist der Pinsel, mit welchem sich der 14jährige Anton Nas- w eiß aus Flaumen- feld die Zeit ausmalte, da er einen Bart haben würde.

In diesem Gegenstände erblickt Ihr das­jenige Mittel, welches einst bei der Pauline Zschatscher aus Plappersweiler mit gutem Erfolge angewendet wurde, um ihr das viele Schwatze» abzugewöhnen. Man räkh, diesen Apparat auch heute noch bei gewissen Mädchen in Anwendung zu bringen.

Dieß ist die letzte Flasche, welche! Joachim Fettleber aus Schwelghain trank, dem der Bauch stets sein Gott gewesen war.

Dieß ist dasjenige Thier, von welchem Johanna Sauberbund aus Reinstadt eine große, schöne Mädchentugend lernte. Johanna ließ deshalb das Thier, als es starb, ausstopfen.

Dieß ist dasjenige Möbel, welches Vater Sparmann aus Sammels- hausen seinem sechsjährigen Söhn- chen Gotlhold kaufte, als dieser von seinem Onkel den ersten Pfennig geschenkt bekomnien hatte.

Dieß, meine lieben Freunde, sind die Steine, welche Hans Faulpelz aus Schlaf- mützenburg später klopfen mußte, weil er in seiner Schule nichts lernen mochte.

Hier erblickt Ihr dasjenige Instrument, welches die zwölfjährige Flora Haus­halt aus Marthahain eben so ge­schickt zu führen verstand, als die Schreibe­feder, den Zeichnenstift und die Häkel­nadel.

Kladderadatsch auf dem Jahrmärkte.

Dieser Gegenstand, geehrteste Zu- > schauer, war einst der liebste Freund von ' der Emma Aeffchen aus Närrchen- dorf. Sie hatte ihn so lieb, daß sie ihn aller Viertelstunden besuchen mußte und ihn, wenn es sein konnte, sogar in der Tasche mit herum trug. In Folge dieser allzugroßen Freundschaft aber überkam die Emma nach und nach eine häßliche Krankheit, die man Eitelkeit nennt und die das hübsche Mädchen total verdarb und unausstehlich machte.