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Wohlthätigkeit. Obstcinkans. Wie Kladderadatsch einen Krieg verhütet.

Herr Heulmann, Eandidat der Theologie, war Lehrer- einer dritten Mädchenklasse in einem vornehmen Institute. Nachdem er die milden Gaben, welche die kleinen Mädchen mitgebracht, gesammelt hatte, sagte er:Attention! Kinder. Ich will Ihnen einmal was sagen. Sie wissen, wer zeither eiiie» Tintenklex in sein Schreibebuch machte, mußte zur Strafe einen Bibelspruch lernen. Diese Strafe soll für jetzt auf­gehoben sein. Strafe aber muß sein! Damit nun aus Ihren Fehlern und Vergehungen doch auch wieder etwas Gutes wird, wollen wir es zwei Monate lang so machen: Wer von Ihnen sein Schreibebuch mit einem Tinten- klexe, und wenn er noch so klein wäre, verunreinigt, zahlt einen Dreier Strafe. Diese Dreier aber sammle ich und gebe sie den Abgebrannten. Verstanden? Nun nehmen Sie Sich in Acht, daß Sie keine Klexe machen!"

Aber es war sonderbar! Seitdem Herr Heulmann diese Strafe verordnet hatte, machten die kleinen Mädchen so viel Tintenklexe, wie noch nie. Keine Schreibestunde verging, in der nicht 15 -20 Dreier einkamen. Ja, es war fast keine Seite mehr ohne einen Tintenklex zu sehen.

Eines Tages wurde auch geschrieben. Da auf einmal schrie Lischen aus vollem Halse:Herr Heulmann! Herr Heulmann!"

Was denn? Was giebt's denn, Fräulein Lischen?"

Lischeu:Ach, seh'n Sie nur, Herr Heulmann, was die Tuschen für einen fürchterlich großen Tintenklex auf ihr Buch gemacht hat!"

Herr Heulmann eilte sogleich hin und sah mit Schrecken, daß eine ganze Seite total mit Tinte überschwemmt war.

Aber, ich bitte Sie, Fräulein Suöchen, was haben Sie nur gemacht?" sagte er mit vorwurfsvollem Tone.

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Ich habe mein Tintenfaß darüber gegossen, Herr Heul­mann. Seien Sie ja nicht böse!"

Aber, Fräulein Tuschen! wie kann man nur so ungeschickt sein?"

O, Herr Heulmann, ich war nicht ungeschickt. Ich habe es mit Absicht gethan."

Mit Absicht, Fräulein Tuschen?"

Ja, Herr Heulmann! Ich bekam näinlich gestern von meinem reichen Onkel fünf schöne, neue Thaler in meine Sparbüchse geschenkt und davon wollte ich einen den ar­men Abgebrannten schenken. Ehe ich aber nun hundert Klexe mache, das dauert mir zu lange. Darum habe ich gleich einen recht großen gemacht, der gewiß hundert Dreier werth ist. Und nun, hier haben Sie den Thaler."

Bei diesen Worten langte sie einen Thaler aus der Tasche und überreichte denselben Herrn Heulmann. Dieser wußte in diesem Augenblicke nicht, sollte er loben, oder tadeln. Endlich sagte er:Aber, Fräulein Suscheu, ein neues Schreibebuch müssen Sie Sich morgen kaufen."

Obsteinkauf

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Obsthändlerin auf dem Christmärkte:Was willst denn, Kleiner?"

Jakob:Ich wollte mir Aepfel kaufen."

Obsthändlerin:So. Nun dann suche Dir nur aus."

Jakob:Was kostet denn die Mandel von den großen Rothen hier?"

Ob st Händlerin:Die Mandel 8 Nengroschen."

Jakob:Ja, von denen will ich haben."

Obsthändler in:Wie viel willst Du denn?"

Jakob:Geben Sie mir für zwei Pfennige davon."

Wie Klodderadiitsck einen Krieg verhütet.

Einmal kam unser Freund Kladderadatsch auf einer seiner Reisen in ein fernes Land. Schon aus weiter Ferne hörte er ein eigenthümliches Seufzen und Stöhnen in der Luft.

Er meinte, das müßten wohl Vögel sein, die etwa ihrer Jungen beraubt 'worden wären. Als er aber endlich die Grenze überschritt, wurde das Jammern und Wehklagen immer deutlicher und heftiger und er bemerkte mit Schrecken, daß es von Menschen komme. Wo sein Fuß ihn hin­führte, sah er weinende, schluchzende, händeringende Väter und Mütter. Die eine Mutter saß vor ihrer Thür und j