99

Wunsche lösen Wünsche ab, neue Wünsche neue Schmerlen; und der letzte Wunsch das Grab, geht dem Menschen nicht vom Herzen.

Man sucht die Blume oft auf steilen Felscnho- hen, die im Thale wächst; oft liegt der Pfad vor unsern Füßen, indcin das Auge vom Himmel forscht.

Ost gleicht die Wohlthat deni Stein ins Meer geworfen; die Fluth berührend wirbeln hundert /

Kreise um ihn er sinkt und weg ist jede Spur.

Es giebt zweierlei Arten von Freundschaften: die eine ist wie der Staub auf SchmetterlingSstü- geln. Die Menschengesichter sind gleichsam nur damit gepudert; die andere trägt die frische Farbe einer herbstlichen Frucht, beweißt inwendige Reise und Süßigkeit, und erquickt den Durstigen. Men­schen, die immer lächeln, sobald man sie anredet, und immer glatt sind, wenn man sie auch auf­wärts streichelt, solche Menschen haben die Freund­lichkeit nur gepachtet, sie ist nicht ihr Eigenthum. Aus einem Pachtgut zieht man so vielen Nutzen, als möglich, und nur der Eigenthümer meint es ehrlich mir seinem Besitze, ohne eben immer auf Vortheil dabei zu sehn.

5 3