127

König sahe er für eine» Aufwärter an, und er­kundigte sich bei ihm, was dieses oder jenes Ge­mälde vorstellen sollte. Philipp war nicht tut Mindesten unwillig über die Dreistigkeit dieses Mannes, sondern führte ihn mit vieler Herab­lassung durch das Zimmer, und gab ihm die verlangte Erklärung. Als beide die Zimmer durch­wandert hatten, nahm der Handwerker den Kö­nig bei der Hand, drückte sie treuherzig und sagte:Ich danke euch herzlich, lieber Freund! Ich heiße Michael Bambis und wohne in der Marlinsgasse. Wenn ihr in die Gegend kommt, und bei mir einkehren wollt, so steht euch alle­mal ein Glas guter Wein zu Diensten."Und ich, erwiderte der König, heiße Philipp der Zweite. Gewöhnlich wohne ich in Madrid und wenn ihr dort bei mir einsprechen wollt, so kaun ich euch auch ein Glas Wein geben, der wohl eben so gut ist.""

41.

Einige Meilen von Wien lebte ein Bauer, der sich vornahm, die Merkwürdigkeiten der großen Kaiscrstadt zu besehen. Bei seinem Umhcrstrci« fen kam er auch in eine Allee, wo er auf einem Baume einen großen grünen und rothen Vogel erblickte. Er blieb stehen und betrachtete das Wundcrthicr geraume Zeit. Plötzlich rief ihm der Vogel zu: Was schauls? Der Bauer prallt« erschrocken zurück und sah sich ängstlich nach den»

6 4