8 Bewohner Asiens. Tschnktschen.
Bande seiner Reise um die Erde, Seite « 32 , das Anspanne» dieser Thiere, welches er bei den Samojeden »nd Ostjaken gleich fand, so: „Jedem anzuspannende» Rennthiere wird zuerst ein Ledergurt, dicht hinter den Vorderbeinen, fest um den Leib gebunden. Von dem unter dem Bauche befindlichen Theile eines jeden dieser Gurte geht ein einziger Zugstrang, wie bei den angespannten Hunden, zwischen den Hinterbeinen hindurch, zum Schlitten. Zu weiteren Reisen wird eine jede Narte mit vier, sonst auch nur mit zwei Rennthiere» bespannt, welche stets neben einander (rjadom) gestellt find. In dem hier zu betrachtenden Falle einer Quadriga (russisch tschet werka) gehen alle vier Zngstränge, ohne sich zu kreuzen, durch ein, dicht vor dem Schlitten befindliches, viermal durchlöchertes Brettchen, und werden, nach dem Durchgänge durch dasselbe, mittelst knöcherner, oder lederner Ringe, über eine Schnur gezogen, welche, die Vorderenden der beiden Schlittenläufe verbindend, den Zug gleichmäßiger vertheilt, und, namentlich bei Wendungen, den Einfluß diskontinuirlicher Aenderungen in der Richtung des Zuges verhindert."
„Nun begann die Zaumung: dem links stehenden Rennthiere wurde, gleich einem Stirnbande, vor dem Geweih ein halbmondförmiger Knochen angelegt, indem man die beiden Enden desselben mittels zweier dünnen Riemen verband, und zwar zuerst, mittels des einen, hinter den Hörnern herum, sodann aber noch, durch den andern, über den Kehlkopf des Thieres geführten. Mit dem linken Ende dieses festen Stirnbandes ist nun, durch eine starke, aber biegsame, Oese aus Riemen, ein kleinerer, und ähnlich gestalteter Knochen, bleibend, und für immer verbunden. Nach Anlegung dieses zweigliedrigen Zaumes bleibt also das kleinere, und zuletzt genannte Stück desselben beweglich, und kommt so zu liegen, daß es dicht über dem oberen Winkel des linken Auges auf dem, einwärts geneigten Rande, des Jochbeines ruht. Eine einzige Leine geht nun von dem Untcrende dieses beweglichen Knochens, längs der linken Flanke des Thieres, dem Lenker zur Hand, nachdem sie zuvor noch, um ihr,'auch wenn man sie anzieht, eine unveränderte Lage zu sichern, unter einem knöchernen Vorsprunge hindurch geführt hat, welcher an der linken Seite des Bauchqnrteö aufgenäht ist. Die Lenkung dieses gezäumten Rennthicres erfolgt nun so, daß ein einmaliges Anziehen und anhaltendes Verkürzen der Leine es links umzuwenden veranlaßt, während lebhaft ruckweises Ziehen und Nachlassen ein eben so streng befolgtes Zeichen für rechts gerichtete Wendung angibt."
Die drei andern Thiere des Viergespannes find nur durch die Zugstränge an den Schlitten geschirrt, sonst aber unter sich nicht verbunden; dennoch

