24 Bewohne» Asiens. Samvjedc».

flach, der Mund breit, die kleinen Augen sind lang geschlitzt und die Ohren von beträchtlicher Ausdehnung, Hie braungelbe Haut glänzt von Fett, die Haare sind schivarz und borstig.

Die Zelte dieses Volkes haben Aehnlichkeit mit denen der Ostjaken, die Kleidung ist aber anders, und selbst bei beiden Geschlechtern beträchtlich von einander verschieden. Die Pelze der Männer können auf der Brust geöffnet »verdcn, und »verde», wenn sie sich im Freien befinden, nur durch den Leibgurt über einander gelegt; halten sie sich in ihren Zelten auf, so schlagen sie die Pelze von der Brust zurück, um diese, gegen das Feuer gewendet, stärker erwärmen zu können. Die Frauen tragen einen kurzen Pelzrock, der durch seinen Schnitt an den russischen Sarasan erinnert, keine Kappe, wie die ostjakischen Kleider, hat, und aus vielfarbigen Fellen von Hunden, Wölfen und Vielfrasien zustimmen genäht, häufig auch mit euro­päischen Jeugstrcifen besetzt ist; am Hintertheile des Kleides hängt der Schwanz von einem Vielfraße herab. DaS Gesicht ivird hier nicht ver­schleiert, sondern der Kopf mit einem Pelzhute bedeckt, der zu beiden Sei­ten so tief herunterhängt, daß Hals und Nacken dadurch bedeckt werden. Dieser Hut hat in Gestalt Aehnlichkeit mit einem Helme. Die Haarzöpfe hängen hinten aus dem Hute heraus und sind mit nietallenen Zierrathen versehen, damit während des Gehens ein Geklimper und Gerassel entstehe. Es scheint den Saniojedinnen nichts zu werthvoll, um ihre Zöpfe damit zu schmücken. So sah Er man eine Frau, ivclche ein verrostetes, aber noch vollständiges Flintenselsioß, außer vielen eisernen und messingenen Ringen, in das Zopfende geflochten hatte.

Die Bewohner dieser Gegenden sind sehr frühe erwachse», und man findet häufig junge Mütter, welche elf bis zwölf Jahre alt sind. Vielwei­berei ist gestattet, und jeder Samojede pflegt sich so viele Weiber zu nehmen, als er zu ernähren verinag. Bei ihren ehrlichen Verbindungen sehen sie sehr darauf, daß das Vcrinögcn beider Theile möglichst gleich sey. Will ein junger Mensch heirathen, so fährt er mit einem Brautwerber und mehren Verivandten zu Schlitten nach der Wohnung des künftigen Schwiegervaters. Der Brautlverber begibt sich in die Hütte, um den Handel zu schließen; die übrigen bleiben auf dem Schlitten. Wird man nicht handelseinig, so fährt die Gesellschaft, ohne daß sie beivirthet »vorden »väre, ivieder weg; kömmt die Angelegenheit aber zu Stande, so ersucht der Brautvater die Gäste, in die Wohnung zu kommen, schlachtet ein Rennthier und bereitet ein Mahl, »velches gemeinschaftlich verzehrt »vird, und worauf der Bräuti­gam mit seinen Verwandten heimkehrt. Nach einiger Zeit kömmt er »vieder,