Bewohner Asiens. Baschkiren. 2!»
aus diesen nimmt Rußlands Regierung dann die Führer der Regimenter. Die Meisten sind mit Pfeilen, Vage» unt> Lanzen bewehrt, welche Waffen sie gut zu handhabe» wissen; denn der Vers. war im I. i8t3 Augenzeuge, alS ein alter Baschkir seinem ebenfalls schon dienenden, etwa einige zwanzig Jahre alten Sohne, auf eine Entfernnng von etwa so Schritt, einige Male eine» Pfeil durch den oberen Theil seiner Mütze schoß. Säbel hatten alle, manche Karabiner, oder Flinten, oder Pistolen, einige dieses alles zusammen. Auf ihren Märschen reiten sie nicht in geschlossenen Reihen, sondern heerdenarrig; nur wenn Halt gemacht wird, ordnen sie sich. Ihre Pferde sind meistens klein, und sie sitzen sehr hoch darauf; reiten aber gut dabei.
Sowohl das männliche als das weibliche Geschlecht trägt lange, mit Pelzwerk eingefaßte Röcke, die nicht selten von rothem Tuche sind. Bei den Schafpelze» oder den Kleidern aus Pferdehäuten, welche sie im Winter tragen, sind die lctzicren so gemacht, daß die Mähne den Rücken herunter hangt. Die Beinkleider der Männer, deren sie sich auf Reisen bedienen, sind sehr weit, so daß man sie zugleich als Tornister oder Mantelsäcke zur Aufbewahrung anderer Kleidungsstücke gebraucht. Die Frauen haben entweder keine oder nur zwei Zöpfe, und eine Haube mit einer Stirnbinde. Die Mägdchen tragen das Haar in viele Zöpfe geflochten, und hängen an dieselben allerlei Flitterwerk und Bänder, Münzen und Korallen; auch sie tragen Hauben.
Die hölzernen Winterhütten der Baschkiren haben meistens nur einen Raum, welcher nach Weise der Tartarcn eingerichtet, aber unreinlicher und von ärmerem Aussehen ist. Die Dächer sind platt, die Thüren niedrig, so daß man oft in die Wohnung hinein oder aus derselben heraus kriechen muß. Die Fenster sind klein, nnd die Stelle des Glases bei denselben wird durch geöltes Papier oder durch Blasen vertreten. Neben den Häusern befinden sich die Vorrathsspeichcr. Die Sommerwohnungen, welche den Jurten der Kalmyken oder Tartaren ähnlich sind, liegen ebenfalls gruppenweise beisammen, so daß man ihrer fünf bis zwanzig bei einander trifft. Auf den Bänken sind Decken von Filz, zuweilen auch Teppiche und Polster.
Die Moscheen, deren es in jedem Dorfe giebt, sind wie die Häuser gebaut.
Ackerbau wird nur von Wenige» getrieben, indem sie sich vorzüglich mit Pferdezucht und der Zucht anderer Hausthiere beschäftigen. Viele von ihnen halten Bienen, und zwar so häufig, daß Manche ein halbes

