Bewohner Asiens. Burut oder Kirgis-Kaisiaken. 41

aber den Kopf, während die Weider das Haar in zwei, die Mägdchen in sehr viele Zöpfe geflochten tragen.

Die Männer tragen Schlafröcke von baumwollenem oder seidenem Zeuge, welche zugleich die Stellen der Hemden vertreten. Häufig ziehen sie mehre solcher Röcke übereinander, und als Oberkleid noch einen darüber, welcher von Tuch, Nanking oder Seide, und der wattirt, oder mit wei­chem Leder gefüttert ist. Die untern Schlafrvcke hält ein breiter, wolle­ner, oder seidener Gürtel zusammen, das Oberkleid, welches in der kalten Jahreszeit aus einem Pelze besteht, ist von einem ledernen Gurte umge­ben, den Bleche von Kupfer, oder Messing zieren. Am Gürtel hängen eine lederne Tasche, in der man Kleinigkeiten und die Pfeife aufbewahrt, und ein Messer. Jst's im Sommer zu heiß, so wird ein Kleid nach dem an­dern abgezogen, und alle bleiben im Gurte hängen. Die weiten Beinklei­der sind aus verschiedenen Zeugen. Beim Ausreiten werden darüber aus- serordentlich weite Lederhosen gezogen, in welche man alle Schlafröcke hin­einsteckt. Ueber den Winterpelz zieht man einen ganz weiten Pelz aus den Häuten von jungen Füllen, oder Antilopen gemacht, bei welchem die Haare nach außen gekehrt sind. Arme Leute tragen im Winter und im Sommer ihre Schafpelze. Die Stiefel sind entweder von schwarzem, grü­nem, oder rothem Leder, haben aufwärtsgewendete Spitzen und sehr hohe Absätze, eignen sich daher nicht gut zum Gehen. Die Kopfbedeckung besteht aus einer spitzen Mütze mit großen Klappen. In den östlichen Gegenden sind die Mützen weit niedriger, als in den westlichen Landstrichen. Die langen weiten Kleider der Weiber können zwar mit vielen kleinen Knöpfen zugemacht werden, werden aber immer bis zum Gürtel offen gelassen. Das weibliche Geschlecht trägt auch lange weite Beinkleider und größten- theils Stiefeln wie die Männer. Auch den Frauenzimmern ist das, ge­wöhnlich baumwollene, Kleid zugleich Hemde. Auch hier ist, wie anders­wo, beim weiblichen Geschlechte, der Kopfputz sehr abwechselnd, und das Verschleiern in Gegenwart des männlichen Geschlechtes nicht Sitte. Die vornehmen Frauen färben die Nägel rothbraun, und schminken die Wan­gen roth.

Die Filzzelte sind wie bei den Kalmüken; 30 bis so, und auch mehr, bilden ein Aul oder Dorf. Die westlichen und östlichen Kirgiska- saken führen ein verschiedenes Wanderleben; jene haben in den weiten Steppen spärliches Futter, welches bald abgewaidet ist, und im Sommer zuweilen Mangel an Wasser dazu; diese, welche in der Nähe hoher Ge­birge sind, ziehen im Sommer bergaufwärts, den graßreichen Höhen zu,