wenn sie aber, was selten geschieht, ein Stück Vieh schlachten, oder auf der Jagd glücklich waren, lassen sie sich's schmecken. Selten braten sie Fleisch, gewöhnlich kecken sie eS in Wasser, mit Salz, ab, und verzehre» es ohne Brot, da sie das Biscken Getraide als Grütze benutzen. Der Schafkäse, Erentschak genannt, welchen sie bereiten, isi wohlschmeckend, auch mache» sie trockene Käse aus Kuhmilch. Das Getränk der Männer ist Kuhmiß, das der Frauen Ai'ran (dicke, saure Kuhmilch); die dünne Fleischbrühe, welche man im Winter trinkt, wird Scherbat genannt. Obgleich dieses Volk eine dauerhafte Gesundheit hat, ist es doch selten, daß jemand unter ihnen über siebenzig Jahre alt wird.
Pie Tataren.
Die Tataren, häufig auch Tartaren geschrieben, von mictelgro- siem Wüchse, haben einen ovalen Kopf, schöne regelmäßige Gesichtszüge, kleine, lebhafte, meistens schwarze, Auge», feine, abwärts gebogene Nase, schmale Lippen, fijle, weise Zähne, und dunkle Haare. Von schlankem Wüchse, sind sie gewandt in ihren Bewegungen, und halten siel, anständig. Das weibliche Geschlecht ist bei diesem Volke nicht so lebhaft, als das männliche, putzt sich, ohne Geschmack, und bedient sich der Sckminke, wv- durck Natürlichkeit entstellt wird. Beide Gescklechter sind im Allgemeinen gesund, da sie einfach leben. Reinlicher und ordnungsliebender, als die sie umgebenden Völker, zeichnen sie sich durch Offenheit, Gastfreiheit und
Bewohner Asiens. Tataren. 4S
beweisen grosie List und Verschlagenheit. Mit Wortbrüchigkeit und grosiem Leichtsinne rerbinden sie große Mäßigkeit, und sind dem Trunke nicht ergeben. Nur die, welche in der Nähe von Russen hausen, lieben den Branntwein, die ferner Wohnenden verschmähen ihn. Thee lieben sie sehr, und trinken viel davon, auch sind sie starke Esser. Obgleich sie nicht ganz so schmutzig sind, als die Kalmüken; kann man sie doch keinesweges unter die Völker rechnen, welcke Reinlichkeit lieben. Ihre Geschirre putzen sie mit ihren schmutzigen Händen aus, an Auswaschen oder Ausspülen wird höchst selten gedacht. Gesickt und Hände werde», vor und nach dem Essen, und auch sonst, aber, nicht aus Neigung zur Reinlichkeit, sondern weil Maho- meds Glaube es so vorschreibt, gewaschen. Daß bei solcher Bekleidung und solchem Schmutze an llngeziefcr kein Mangel sein könne, ist natürlich. — Im Sommer genießen die Kirgis-Kasaken fast lauter Milchspeisen,

