bei ärmeren Leuten Scheiben von Fischhäuten, oder geöltem Papiere. Platte Dächer sind gewöhnlich, und die Häuser der Wohlhabenden sind von Hö­fen, Wirthschaftsgebäuden und Stallungen umgeben, wozu gewöhnlich noch ein Badehaus, und nicht selten auch ein kleines Haus für besuchende Fremde gehört. Bei den herumziehenden Tataren ist es nicht so. Sie sind weniger reinlich, und wohnen unter Jurten, welche etwa 12 Fuß im Durchmesser, keine Fenster, und oben eine Oeffnung haben, durch welche das Licht herein, und der Rauch hinaus dringt. Diese Zelte, deren jede Familie in der Regel zwei hat, von welchen das eine zur Wohnung des weiblichen Geschlechtes eingerichtet ist, werden nicht auseinander genom­men , sondern auf zweirädrigen Karren von einer Stelle zur andern ge­bracht. Die Frauenzimmer halten sich, auch während der Wanderung, im­mer in ihren Jurten auf; die Männer dagegen ziehen mit den Viehheerden und dem Gepäcke nebenher.

Ihre Nahrungsmittel nehmen die Tataren theils aus dem Thierreiche, theils aus dem Pflanzenreiche. Schweinefleisch und Krebse dürfen sie aber, als Anhänger Mahomeds, nicht genießen. Reis und Honig essen sie gern. Pferdefleisch wird nur von den Armen verzehrt. Außer Wasser, welches das Hauptgetränk bildet, werden Milch, Meth und Quaß genossen und auch der verbotene Branntwein und Wein nicht selten getrunken. Thee mit Zucker trinken die seßhaften, Thee mit Milch, Butter und Salz die wandernden Tataren. Bei den vier Mahlzeiten, welche täglich gehalten werden, bedient man sich häufiger der Löffel, als der Messer und Gabeln. Vor und nach dem Essen wäscht man sich, und betet man. Die Fasten sind eben so, wie bei den übrigen Mahvmedanern, doch unterscheiden die Tataren sich dadurch von den andern Muselmännern, daß sie sich mit Mu­sikinstrumenten vergnügen, welche größtentheils dieselben sind, welche man

Bewohner Asiens. Tataren. 45

Wohnzimmer ist. Eines dieses Zimmer ist für die Männer, das andere für das weibliche Geschlecht. Diese Zimmer sind ringsum von breiten Bänken umstellt, die mit Matten, Teppichen oder Kissen bedeckt sind, und deren man sich, sowohl zum Sitzen, als zum Schlafen bedient. Auf dem Lande wohnen die armen Leute häufig auch in einem Zimmer, doch so, daß die Sitze und Ruhestätten des weiblichen Geschlechts von denen des männlichen (durch einen Vorhang) getrennt sind. Ueberall haben, bei den seßhaften Tataren, die Oefen Schornsteine, und es zeichnen die Wohnun­gen nicht nur hierdurch, sondern auch durch größere Reinlichkeit vor sehr vielen russischen sich aus. Die Fenster, welche durchgängig klein, und bei wohlhabenden Leuten mit Glas oder Marienglas versehen sind, enthalten,