Bewohner Ajiens. Japaner. 51
so das neue Land mit Menschen. AIs Tenko Sama's andere Kinder sahen, was ihr Bruder vollbracht, schickten sie sich an, ein gleiches zu thun, und vollbrachten es, aber sie, die jüngeren, konnten es dem alteren Bruder nicht gleich machen, weshalb ihre Werke denen ihres Bruders an Vortreff- lichkeit nachstanden. Daher kömmt es, daß Japan's Bewohner die der übrigen Erde übertreffen, und daß Japan's Erzeugnisse besser sind, als die der übrigen Erde.
Die Japaner sind von Mittelgröße; obgleich die vornehmen Frauen, welche der freien Lust und Sonne wenig ausgesetzt sind, an Weiße den Europäerinnen gleich kommen, ist die allgemeine Farbe der Haut doch braun- gelb. Aehnlich, wie bei den Mongolen, sind die tiefliegenden, schmalen Augen länglich, schön schwarz, und beim weiblichen Geschlechte sehr freundlich und Verkünder inwohnendcr Gemüthlichkeit. Der meist große Kopf wird von einem kurzen Halse getragen; die schwarzen dicken Haare werden geölt, und erhalten dadurch Glanz. Den mittleren Theil des Kopfes scheeren die Männer sich ganz kahl, so daß sie aussehen, wie bei uns die Kahlköpfigen. Die Haare vom Hinterhaupte und von den Seiten vereinigen sie auf dem Wirbel in einen Busch. Die Frauen, welche ihre Haare lang wachsen lassen, verzieren dieselben mit sehr vielen langen Nadeln, und binden es aus dem Kopse zusammen. Viele der Frauen sind wirklich schön zu nennen, doch zeichnen sich alle durch außerordentliche Kleinheit aus. Die Augenbraunen stehen allgemein sehr hoch, und von den Augenwinkeln laufen viele Runzeln gegen die Schläfe aus. Die Nase ist kurz, ohne gerade abgestumpft zu sein, und die Männer haben wenig Bart.
2. Knraktcr.
Fehlt es diesem Volke auch durchaus nicht an Verstand, was es in seinen Beschäftigungen zeigt, so mangelt ihm dagegen, durch das abgesonderte, unangetastete Leben unter friedlicher Regierung, Muth und Tapferkeit. Es liebt die Freiheit zwar, wenn es aber mit tapferen, kriegslustigen Völkern in Berührung käme, würde es schwerlich im Stande sein, dieselbe gegen solche zu behaupten.
Die Japaner sind hinterlistig, und wissen sich treffljch zu verstellen, dabei sind sie ächte Kleinigkeitskrämer, gegen ihre Vorgesetzten unterwürfig, und sowohl gegen einander, als gegen Fremde sehr höflich; schon in der frühesten Jugend werden die Kinder zum Gehorsam gegen die Altern, und zur Höflichkeit gegen Vorgesetzte angehalten. Gewöhnlich grüßen sie sich dadurch, daß sie ein Knie beugen. Größer ist aber die Ehrenbezeigung,
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