Bewvhner Asiens. Bazighurs. 12

sie für eine Sünde, und wer solches Vergehens sich schuldig macht, dessen Nase wird auf die Erde gerieben.

Die Zigeuner Hindostans führen ein Wanderleben, und wohne» da, wo sie ihr Lager aufschlagen, unter leichten Hütten von Binsen oder hohem Grase. Sie leben nicht familienweise, sondern in Gesellschaften, und ver- miethen ihre Dienste häufig auf ein Jahr an einen Unternehmer. In den oberen Gegenden Hindostans findet man die Zigeunerlager sehr regelmäßig angelegt, und die Bi'nsenhütten sehr reinlich. Die Hütten sind sehr klein, doch ist jede derselben für sich eingefriedigt, während sämmtliche miteinan­der eine Umzäunung des Ganzen bilden. Solche Dörf'lein haben ein sehr winziges Aussehen, und der Fremde kann kaum begreifen, wie in so kleinen Gemächern so viel Menschen und Bich zusammenleben können.

Die Männer sind von starkem Körperbaue, beschäftigen sich mit Gau­keleien, Kunststückemachen, Herumführen von Bären, Betrügen und Steh­len. Das weibliche Geschlecht ist in jüngeren Jahren, im Durchschnitte, schön, das bringt die schönste Zeit des Lebens mit Tanzen oder Knnststücke- zcigen zu. Berheirathet werden sie bald alt, denn sie haben die Gewohn­heit, ihre Kinder 5 bis 6 Jahre zu säugen.

Die Leichenbegängnisse sind sehr einfach, denn die Todten werden beer­digt, und die Überbleibenden berauschen sich.

Die Berheirathungen machen sie gleichfalls nicht zu langweilig. Wenn beide Theile miteinander einig sind, begibt sich der Bräutigam, am be­stimmten Hochzeittage, mit seinen Verwandten beiderlei Geschlechts, in das Haus der Braut, wo ihre Freunde ihn im Anfange zum Schein ab­weisen, dann aber nachgeben, die Erwählte herführen, und zum Bräutigam sagen:Hier hast Du Deine Braut, sei freundlich und liebreich gegen sie." Der Bräutigam macht darauf die Stirn der Braut mit etwas Pulver roth, und sagt dabei:Dieß ist meine angetraute Frau." Dasselbe thut die Braut dem Bräutigam, und nachdem dieses geschehen, seyen sich beide neben­einander, und geben sich die kleinen Finger. Dann folgen Schmaus und Trinkgelag.

Bei ihren Nahrungsmitteln wählen die Zigeuner nicht so sehr, als die andern Hindu's, dann sie essen allerlei Arten Fleisch, selbst das von gefallenen Thieren. Die Weiber üben häufig Arzneikunde aus, schröpfen Kranke, tättowiren die Indianerinnen, und sammeln Arzneikräuter ein.

Die Männer tragen Turbane, die Weiber gehen fast ganz nackt, so daß nur die Hüften bedeckt sind. Arme und Stirn tättowiren sie mit blauen Linien. Die Kinder gehen ganz nackt. Im nördlichsten Theile