246 Bewohner Asiens. Araber.
Speisen der arabischen Ackerbauer bestehen in Waizengrütze (Burghol), sauerer Milch (Leb den) und Keschy-Hammer. Das letzte Gericht wird so bereitet: Man nimmt Waizengrütze und vermischt dieselbe mit Sauer« taig; darauf gießt man Wasser darüber, und läßt die Masse so lange stehen, bis sie faul ist. Ist sie so weit, daß sie in Fäulniß übergeht, trocknet man sie an der Sonne, mahlt oder stößt sie klein, und macht dann Pfannkuchen mit Öl oder Butter daraus.
Wenn man zu einer Hütte kommt, tritt der Wirth sogleich heraus und grüßt freundlich mit den Worten: „Salami alejkum" (Friede sei mit dir!), bittet, zu ihm hineinzugehen und füttert und tränkt selbst das Pferd, oder das Kameel, welches man mitgebracht hat. Gleich nach dem Eintritt wird der Mörser hervorgeholt und Kaffee gekocht. Wenn es Mittag ist, oder die Sonne untergeht, breitet man mitten auf dem Fußboden ein rundes Stück Leder, an Statt eines Tischtuches aus, und stellt darauf das vorzüglichste Gericht, eine Schüssel mit trocken gekochtem Burghol. Wenn man sich gewaschen hat, nimmt man von der Grütze, rollt sie von einer Hand in die andere, bis sie abgekühlt ist, macht einen Kloß daraus, welchen man entweder trocken hinunter schluckt, oder in saure Milch taucht. Wenn man ein halbes Dutzend oder ein Dutzend solcher Klöße genossen hat, wascht man sich wieder und steht auf. Reichere Leute mengen unter dieses Gericht zuweilen etwas Fleisch von Rindern oder von Geflügel, und genießen zur Abwechslung manchmal geschmolzene Butter, Eier und Honig, oderTraubensaft den man dick wie Sirup kocht, und welcher, so zubereitet, Dipö heißt.
Die Bewohner der Wüste, die Hirten-Araber, oder Beduinen, sind durch ihre Wüsten von allen andern Völkern abgeschnitten, und verkehren nur dann mit denselben, wenn sie es vortheilhaft für sich finden. Sie wollen kein seßhaftes und sogenanntes zivilisirtes Leben fuhren, sondern frei und unabhängig umherschweifen, und dürfen stolz darauf sein, daß sie, die immer in ihren Gränzen sich hielten, von allen Völkern Asiens das einzige sind, das nicht unterjocht worden ist, und Bedrückung nicht kennen gelernt hat. Ehe Mahomeds Religion die ihrige geworden, waren sie dem Sternendienste zugethan, und betrachteten die sieben Planeten als Untergötter des größten allmächtigen Gottes. Sie reinigten sich, genossen von den Thieren, welche sie für unrein hielten, kein Fleisch, glaubten au gute und böse Geister, an Wahrsager und Zeichendeuter, an Gespenster, Träume, Offenbarung, Bezauberung, Elfen und Engel, an Seelenwande- rung und an den ewigen Fortbestand der Welt. Neben den Planeten beteten sie die Plejaden (Gluckhenne), die Hiaden, den Orion, den Sirius

