Bewohner Afrika's. Bewohner Kvrdofans. 259
die Ackerbau treibenden Nuba, welche im nördlichen Theile Kvrdofans wohnen, bedienen sich der arabischen Sprache mehr, als ihrer Muttersprache. In mehren Dörfern, westlich von Obeid ist dieKoldagi-Mundart herrschend. Die Nuba der Ebene haben zwar wolliges Haar, und ziemlich aufgeworfene Lippen, aber im Durchschnitt gut proportionirte, nicht kleine und abgestumpfte. Nasen. Sie wohnen in kleinen Dörfern und beschäftigen sich vorzugsweise mit Ackerbau. Mit einem eisernen Handwerkszeuge reinigen sie den Boden von dem Buschwerke und Grase, und legen, wenn die Regenzeit anfängt, in verhältnißmäßigen Entfernungen Durra-, Dvghen- oderSimsim- Körner in denselben. Ist das Wetter nur einigermaßen günstig, so gedeiht dieses Getraide vortrefflich. Regnet es häufig, so haben die südlichen, cher- gigen Striche MißwachS,, während die Ebenen dann sehr gute Ärnten haben. In den Ebenen ist der Boden sandig, in den Gebirgsstrichen lehmig. Bon dem reifen Getraide schneidet man bloß die Ähren ab, und läßt das Vieh die Stängel von der Wurzel abfressen. Aus Simsim wird Ol bereitet, das man zum Salben der Haut und Haare gebraucht. Baumwolle pflanzt man so viel, als man selbst nöthig hat, und macht Zeuge daraus, mit welchen man die Lenden umgürtet, und die man über die Schultern zu werfen pflegt. Die Nuba haben schöne Rindviehheerden, das Fleisch der Rinder ist aber nicht schmackhaft. Schafe und Kameele sind selten bei ihnen. Der Ochsen bedient man sich hier nicht zum Ackerbau, sondern zum Lasttragen. Die Häute gärbt man, und macht große Wasserschläuche daraus, die Rai heißen, und bei den Reisen durch die Wüsten den Kameelen aufgeladen werden.
Diese sämmtlichen Nuba sind Mahomedaner, von ruhigem Karakter, aber mißtrauisch. Alle Dörfer haben eigene, selbst gewählte Oberhäupter, deren Würde in der Familie erblich ist. Diese Vorgesetzten dürfen aber keine Abgaben erheben, sondern erhalten eine Art Zehnten von den Feldfrüchten, wofür sie verpflichtet sind, die Fremden zu beherbergen.
Die Dongolowi treiben Gartenbau, und bewässern den Boden aus Ziehbrunnen künstlich. Alle sind Handelsleute, und viele von ihnen verheirathen sich, um ihre Handelsverbindungen zu erleichtern, und sicher zu stellen, mit Frauen aus den Nubastämmen der Berggegenden. Die Nuba gestatten aber nicht, daß der Handelsmann seine Frau und Kinder mit in die Ebene nehme, weil sie besorgen, der Mann, oder Vater, könnte Lust bekommen, seine eigene Familie als Sklaven zu verkaufen. Diese sämmtlichen Dongolawi sprechen ihre eigene, berberischc, Sprache; doch können die Männer auch arabisch.
,7 •

