26 L Bewohner Afrika s. Äiuda.
beinahe täglich ein, dem Vorgeben nach, ausgeschickter Spion, der bald hier, bald dort die Feinde gesehen haben wollte. Augenblicklich wurden als Signal die Pauken geschlagen, und die in der Gegend wohnenden Araber gaskognirten nun, gepanzert und zu Pferde, in der Ebene mit Geschrei herum. Alles bereitete man zum Aufbruch, und trieb die Viehherden in die südöstlichen Gegenden. Man spielte die Komödie so täuschend, das; Rüppel selbst über die Wahrheit in Ungewißheit war.
Wie Nuba.
Die Nuba, welche die bergigen Striche Kordoians bewohnen, sind in viele kleine Volksstämme getheilt, von welchen ein jeder in der Regel eine abgesonderte Bergkuppe bewohnt. In den einzelnen Bezirken werden verschiedene Mundarten gesprochen, welchen die Sprachen von Kvldagi, Scha- bnn, Takela und Deir als Wurzel zu dienen scheinen.
Die Gesichtszüge dieser Völkerschaften scheinen mehr oder weniger mit einander verwandt zu sein. Alle haben wollige, nicht dichte, Haare, kleine Nasen, und aufgeworfene Lippen, doch stehen die Kinnladen nicht so sehr hervor, als bei vielen andern Negerstämmen. Die Männer sind zwar wohl gebaut, aber nie über mittelgroß.
Der schlanke Wuchs der meisten Mägdchen wird frühzeitig durch eine sonderbare Gewohnheit entstellt: sie tragen in ihrer Jugend die kleinen Kinder den ganzen Tag, auf ihren Hüften gehockt, herum. Dadurch bildet die Wirbelsäule, nach und nach, einen weniger stumpfen Winkel mit dem Rücken, und die Hintertheile treten mehr, als natürlich, nach außen. An Nubierinnen, welche in früherer Jugend aus ihrem Vaterlande nach Don- gvla oder Ägipten kommen, bemerkt man diese Verunstaltung nicht, während man sie bei allen Mägdchen findet, die erst nach dem raten Jahre in die Sklaverei kommen. Die Nuba Kordofans sind nicht immer ganz schwarz, mehre derselben sind sogar nur kastanienbraun, und die Kinder sind, kurz nach der Geburt, hellgrau, erhalten aber, nach wenigen Wochen, die gewöhnliche Farbe des Volks. Die weißen Kakerlacken, welche hier nicht selten vorkommen, sollen langes, blondes Haar haben, und von ihren Landsleuten verabscheut werden.
Die Dorfschaften dieser freien Neger sind auf den unzugänglichsten Platten der Felshügel erbaut, und dazu »och mit hohem dornigem Zaunwerk umgeben, damit sie leichter gegen Angriffe vertheidigt werden können.

