272 Bewohner Afrika s. Bewohner von Dongola.

und schnellt bei jedem Schritte, mit starker Anstrengung, den Vorderkopf und das Kinn hervor, zieht, gleichzeitig, die Schultern etwas aufwärts, und zerrt die Muskeln des Körpers gewaltsam. Strengt sich eine Tänzerin recht an, so beginnt der Weiberhaufen ein Ulula-Gehenl, und drückt seinen Beifall durch wiederholtes Eiwa aus.

Haben sich die Tänzerinnen, eine nach der andern, recht abgemüdet, wird, auf Kosten des Gestorbenen, Brod und Fleisch unter sie ausgetheilt. Bei diesen Todtenfesten darf kein Mägdchen sich weigern, als Tänzerin aufzutreten, wenn sie nicht Schimpf auf ihre Familie laden will.

In der Umgegend von Neu-Dongola treten, bei diesen Tänzen, auch Männer, jedoch abgesondert von den Frauen, und mit diesen abwechselnd, auf. Die Männer bemühen sich langsam, in der gezwungensten Stellung einher zu gehen, drücken das Kinn ein, halten den Kopf steif rückwärts, tragen in der rechten Hand ein blankes, senkrechtstehendes Schwert, und machen mit der linken Hand verschiedene eckelhafte Zuckungen, wozu sie den Bo­den, im Takte, mit einem Fusie stampfen. Andere Männer sind mit Speeren bewaffnet, und kriechen in gebückter Stellung auf der Schaubühne herum, während sie den Kopf so zurückgelegt halten, daß ihre Gesichtslinie wage- recht ist. Die Umstehenden besingen, beklatschen und bejubeln diese Stel­lungen.

Bei einem freudigen Ereignisse, als z. B. bei einer Hochzeit, ist der Ball anders. Der Schall der Kürbispauken ruft die Jugend und Nachbar­schaft, eine Stunde nach Sonnenuntergang zusammen. Mägdchen und Frauen sind mit all' ihrem Silberschmucke geziert. Darauf zündet man ein großes Feuer an, und reihet sich um dasselbe in weitem Kreise. Sobald die gewöhnliche Trommelmusik beginnt, treten vier Jünglinge in den Kreis ein, nähern sich, mit taktmäßigem Händeklatschen und Fußstampfen, einem der Frauenzimmer, wodurch die Aufgeforderte auch als Tänzerin in den Kreis eintritt. Wie Hunde knurrend, springen die Tänzer, mit wil­den Gebärden, um ihre Auserwählte herum, welche auch großartige Stel­lungen macht, und damit aufhört, daß sie den vier Anbetern, als Beweis ihrer Gunst, ihr von Fett triefendes Haar, abwechselnd um den Nacken schlenkert. Die theilnehmenden Frauenzimmer singen dazu ein wvhlklin- des Liebeslied.

Wenn man Kranke von ihrem Übel befreien will, sucht man dies eben­falls durch Tanz zu erreichen. Solche Tänze sind von denen, welche bei einer Hochzeit angestellt werden, nicht verschieden, nur finden sie bei Tage