27k Bewohner Afrika s. Bewohner von Dongola.
bogenförmigen Krümmungen. Der Vortheil der Jäger besteht darin, daß der eine dem Wilde auf der Spur folgt, während der andere den Bogen abschneidet, und es so einholt. Die Antilopen haben in dieser Jahreszeit meistens seit sechs Monaten kein Wasser gefunden, werden daher von der großen Anstrengung in der Hihe bald entkräftet, stürzen keuchend zusammen, und der verfolgende Jäger hat öfter nicht einmal nöthig, eine Waffe zu gebrauche». Das Thier wird nun auf die herkömmliche Weise geschlachtet, und von der Wafferladung, welche die, auf der Pferdespur nachgeeilten Kameele indessen herbeigebracht haben, werden die Pferde erquickt."
Die Strauße waiden immer paarweise; und werden auch auf die eben beschriebene Weise gehetzt. Bei einigem Winde kann auch das beste Pferd den Strauß nicht einholen; in schwüler Hitze dagegen wird er vvm flüchtigen Dromedare erreicht. Giraffen kann man zu jeder Jahreszeit nur mit den ausgesuchtesten Rennern einholen. Die Federn von den männlichen Straußen werden zum Verkaufe aufbewahrt, und zwar so, daß die von einem Vogel besonders bleiben. Man bindet sie in Büschel von fünf bis sechs Stück, und bewahrt sie in der umgekehrten Haut des Vogels auf. Eine Straußenhaut gibt ungefähr drei Pfund schwarze, und ein halbes Pfund weiße Federn. Eine solche Straußenhaut bezahlen die ägiptischen Kaufleute mit anderthalb bis drei Dukaten. Das Gefieder eines weiblichen Straußes kostet in Dongola nur einen halben Speziesthaler. Das Fleisch der Strauße hat einen eigenthümlichen Geruch, wodurch es Manchem unangenehm ist, wird aber von den Arabern als Leckerbissen geschätzt.
Das Fleisch von den großen Antilope» schneidet man in Stücken, trocknet es an der Luft, und bringt es regelmäßig auf die Wochenmärkte nach Ambukol zum Verkauf. Das Männchen der Antilope hat auf dem Rücken fast zvlldicke Haut, aus welcher man Schilde macht. Die andern Häute werden gegärbt, und zu Schläuchen und Sandalen verarbeitet. Die Giraf- fenhäute werden zu Lederarbeiten am meisten geschätzt. Kleine Leoparden, wilde Hunde und Luchse, hetzt man ebenfalls zu Pferde. Wilde Schafe, Stachelschweine und Affen werden mit Hunden gejagt, sind aber sehr schwer einzufangen. Hiänen fängt man in Schlingen. Den Löwen weichen die Araber aus, weil die Jagd derselben gewöhnlich einige Pferde und Menschen kostet. Die kleineren Gazellenarten werden auch in Schlingen gefangen.
Die Hauauit oder die Fischer und Hippopotamus-Jäger der Provinz Dongola bilden eine eigene Kaste. Ihren zehn Fuß langen Kahn, welcher nur 2 , höchstens 3 Menschen tragen kann, machen sie sich aus einem aus-

