300 Bewohner Afrika's. Mauren.
Emir-ul-Mume»in, e l M o a t e s se m bi-l-lah, Na s se r > u d- d i n, S i d n a n a M u l a n a esScheriff, A b u - Z e i d Mulai A'b d - u r- Rahhman, Jbn-mulai Hischam, Ben Sidi Mohhammed, Ben mulai A'bd-ullahi, Ben mulai Jsmaa'il, Ben mulai Scheriff, El-Marvani, el Haschemi, el Fatimi, elHhoseini, nassarahn Allah taa'la Biminnihi, Amin, welches heißt: Selbstherrscher der Rechtgläubigen, der von Gott in Hut genommene Aufrechthalter des Glaubens, unser Herr und Gebieter, der Scheriff Abuzeid-mulai A'bd-ur Rahh- man, Sohn Mulai Hischams u. s. f., aus den alten Stämmen Merwan und Haschem, Abkömmling von Fatme und Hhossein, dem Gott der Allerhöchste mit seiner Allmächtigkeit beistehe. Amen! Er ist zwar ein eifriger Muselmann, aber nicht so fanatisch, als die Scheriffe zu sein pflegen. Er haßt die Kristen nicht, drückt und verfolgt die Juden nicht, und wünscht aufrichtig, mit Jedem in Frieden zu leben. In seiner Verwaltung ist er menschlich und umsichtig, gnädig und unbescholten in seinen Rechtssprüchen, und bemüht, mehr geliebt, als gefürchtet zu werden. In seinem häuslichen Leben ist er einfach und tadellos, in seinen politischen Verbindungen klug und gemäßigt. Seit mehren Jahrhunderten saß auf Marvkko's Thron kein so friedliebender und unblutdürstiger Beherrscher. Durch seine Ka- rakterfestigkeit und bekannte Gerechtigkeitsliebe hält er die wilde, unruhige Masse im Zaum.
Die Kleidung des Sultans ist einfach, so daß man ihn kaum von seinen Hofbeamteten unterscheiden kann. Seine Frauen soll er mit Sanft- muth behandeln. Außer dem ältesten Sohne, welcher iso3 geboren ist, hat er noch viele Kinder von beiden Geschlechtern. Der Thronfolger ist Bassa (Zivil- und Militärgouvernenr) von der Hauptstadt Marokko und den umliegenden Provinzen.
Obgleich die Gesetze ganz vom Willen des Herrschers abhängen, welcher in seiner Residenz in eigener Person Recht spricht, ist die Justiz gerecht,
und augenblicklich.
Die körperlichen Strafen erhalten die Männer von den Trabanten des Gouverneurs. Da es aber den Männern nicht erlaubt ist, Frauen anzurühren, so erhält das andere Geschlecht die Strafe durch ein Frauenzimmer, welches Arifa genannt wird, von männlichem Aussehen, und körperlich kräftig ist. Diese vertritt die Henkersstelle beim weiblichen Geschlechte, nimmt die Frauen, in oder außer dem Harem, gefangen, haut sie mit der Peitsche, oder gibt ihnen Stockschläge, schneidet ihnen die Ohren, .Hände oder Brüste ab, hängt, »nd enthauptet sie.

