Bewohner Afrika s. Kaffern. 331

diese nicht im mindesten Miene machten, das Vieh zurückzutreiben, schössen sie doch den Häuptling und sechs von seinen Leuten auf der Stelle todt.

Als die Abtheilung nach Fort Willshire kam, war schon, wie gewöhn­lich, ein Geschichtcheu fertig, und man berichtete dem Kommandanten von einem hitzigen Gefechte, das man mit Seko und seinen Leuten gehabt, weshalb man gezwungen worden sei, auf einige Feuer zu geben.

Dieser Bericht fand leicht Glauben; später aber plapperte einer der Bauern den wahren Hergang der Sache aus.

Im South African Advertiser ist ein

Schreiben eines Kasfernhäuptlings an die britische Regierung

enthalten, woraus man sehen kann, wie gut die Kaffern es meinen, und wie Unrecht man ihnen thut. Die vorzüglichsten Stellen daraus lauten:

Da ich und mein Volk über den Chumifluß getrieben sind, ohne daß man uns gesagt hat, warum, so wünschte ich doch von der Regierung zu

erfahren, was wir denn Übles gethan haben? Man zeigte uns

blos an, daß wir über den Chumi zurückweichen müßten, es wurde uns aber kein Grund dafür mitgetheilt. Stockenstrom und Sommerset erklär­ten einstimmig, daß ich und mein Volk uns sowohl westlich, als östlich

vom Chumi aufhalten dürfen, ohne gestört zu werden. Wann wird man

mich und mein Volk in Ruhe lassen?

Als mein Vater lebte, beherrschte ex das ganze Land vom Fischflusse, bis zum Kei; von dem Tage an, wo er sich weigerte, den Bauern gegen die Engländer zu helfen, hat er dnrch diese mehr, als die Hälfte seines Landes verloren. Mein Vater war immer der beste Freund der engländi- schen Regierung, obgleich er durch sie verlor. Mein armes Volk fühlt den Verlust seines Waidebodens schwer, ohne welchen wir nicht leben können, und eben so den Verlust unseres Kornlandes. Unser Korn ist zum Theil schon ziemlich hoch; alles dies müssen wir nun verlassen!

Seit Sommerset und Stockenstrom mir erlaubten, in meinem eige- nen Lande zu bleiben, habe ich, mit meinem Volke, westlich vom Chumiffusse, friedlich gelebt. Wenn Jemand von meinem Volke den Ko­lonisten etwas stahl, habe ich das Gestohlene zurückgegeben. Ich gab sogar das Vieh zurück, welches die Leute anderer Kraals gestohlen hatten. Dessen­ungeachtet haben ich und mein Bruder Tiali fast kein Land mehr, in welchem wir mit unserem Vieh leben könnten. Über die falschen Ankla­gen, die man häufig gegen mich vorbrachte, bin ich auch sehr unzufrieden. Ich weiß nicht, warum, ohne zureichenden Grund, so viele Kommandv's