Bewohner Australiens. Bewohner der Sandwichs-Inseln. 341)
Getödteten die Stirnhaare ab, und rief: „ein Stirnband." War der Gefallene ein bekanntes Oberhaupt, so nannte man ihn mit Namen, und opferte seinen Leib, so wie die Körper der zunächst Getödteten dem Kriegsgotte.
Urukoko (Blutzuwachs) hieß das erste, Makawai (Wassergesicht) das zweite, und Horua-vni (Sandgräber) das dritte Opfer.
Manchmal dauerte der Kampf einige Tage, manchmal wurde er, als wenn es verabredet worden, aus Mangel an Sieqeshvffnung oder wegen schlimmer Vorbedeutungen, von beiden Theilen aufgegeben. Dieser Ausgang wurde Rukurua (Beide geschlagen) genannt.
Nach einer Niederlage suchten die Geschlagenen in Zufluchtsörter zu entkommen, wohin sie noch lange nach dem Kampfe von den Siegern verfolgt wurden. Die Aufgespürten ermordete man entweder, auf der Stelle, auf eine grausame Weise, oder führte sie zu den Oberhäuptern, oder dem Könige.
Wenn besiegte Gefangene vor den König gebracht wurden, war ihre erste Frage gewöhnlich: „Leben, oder Sterben? — aufrecht das Gesicht, oder abwärts?" Wenn der König schwieg, oder sagte: „Nieder das Gesicht!" so war hierdurch das Todesurtheil gegeben, wenn er aber ausrief: „Auf das Gesicht!" so war das Leben geschenkt, und die Gefangenen mußten als Sklaven dienen, oder wurden, vor der Hand, geschont, um später geopfert zu werden.
Der Gefangene gehörte dem Sieger, von welchem zugleich sein Leben abhing.
Gefangene Oberhäupter verschonte man zuweilen, und erlaubte ihnen zu den Ihrigen zurückzukehren. Die Sieger begruben ihre Todten gewöhnlich, die Leichen der Geschlagenen dagegen ließ man auf dem Wahlplatze liegen, und überließ sie den Hunden, den Schweinen und der Verwesung.
War ein König oder Oberhaupt als menschlich gesinnt bekannt, und hatte einer der Besiegten früher mit demselben auf freundschaftlichem Fuße gelebt, so suchte er in die Nähe des Siegers zu kommen, und sich ihm z» Füßen zu werfen. Wenn der Herrscher schwieg, oder befahl den Flüchtling fortzuführen (was sehr selten geschah), so wurde derselbe fortgebracht, und gemordet. Wenn der Fürst den um Gnade Flehenden anredete, oder ihn nur erkannte, war er sicher, konnte sich entweder an das Gefolge des Fürsten anschließen, oder in sein eignes Haus zurückkehren, ohne von Jemand Übles zu erfahren, weil er unter Marnu (dem Schatten, oder sicheren Schutze) des Königs stand.

