352 Bewohner Australiens. Bewohner der Sandwichs-Jnseln.
T„u ho« l tuu ilihune, Mein Freund in meiner Armuth,
Tuu hoa ! fa nä e ta matani. Mein Freund im Regen und Winde,
Tuu hoa i ta vera o ta la, Mein Freund in der Hitze der Sonne,
Tuu hoa ! ta anu o ta mouna, Mein Freund in der Kälte der Berge,
Tu» hoa i ta in». Mein Freund, wenn der Sturm brauset,
Tuu hoa i ta mari, Mein Freund, wenn der Himmel lacht,
Tuu hoa i mau tai awaru, Mein Freund in den acht Gewässern,
Uc, ue, ua hala tuu hoa, Weh' mir, weh' mir, mein Freund ist fort,
Aohe e hoe hou mai. Und wird nicht wiederkehren.
Als Keopuolani gestorben war, kamen die Bewohner des ganzen Distriktes, welche ihr gehört hatte, um über ihren Tod zu weinen. Es hatten sich alle in sackähnliche Kleidungsstücke gehüllt, trugen keinen Schmuck, und keine ordentlichen Gewänder, wie sonst, sondern alte Lumpen, schmutzige Stücke von zerissenen Matten, alte Fischcrnetze, welche mit einem alten Stricke um den Leib gebunden waren. Sie kamen ganz stille, entweder in einer einfachen Reihe, oder so, daß zwei oder drei neben einander gingen. Die älteren Leute gingen voraus, und die Kinder beschlossen den Zug. Einige Hundert Schritte von dem Hause, in welchem die Todte lag, begann die Menge zu jammern und zu wehklagen. Zwei oder drei traten aus den Übrigen etwas hervor, und stimmten einen Gesang an, in welchem sie die Abkunft, den Rang und die Eigenschaften der Gestorbenen schilderten. Dabei schwenkten sie einen Stock, oder ein Stück Zuckerrohr, und nahmen Stellungen und Gebärden an, durch welche sie den tiefsten Gram ausdrückten. Als sie ihren Gesang geendet hatten, setzten sie sich, und stimmten mit in die ununterbrochene Wehklage der großen Menge. Bei dem Tode Jemandes aus dem gemeinen Volke macht man weit nicht so viel Umstände, und weint und klagt nur einige Tage.
Wenige Tage nach der Beerdigung Keopuvlani's versammelten sich viele Oberhäupter in einem Hause, um ihre Zunge tättvwiren zu lassen. Der Künstler hatte ein Werkzeug, welches mit vielen kleinen Fischgräten besetzt war. Das eine, etwa V» 3oll breite Ende tauchte er in die Farbe, setzte es auf die Zunge, und schlug schnell und stark mit einem kleinen Stäbe darauf, so daß die Haut punktirt, und die Farbe zugleich eingedrückt wurde. Die Zunge blutete stark, und es soll diese Operation sehr schmerzhaft sein.
Seit dem Tode Keopuvlani's (Sept. 1823), und der größeren Verbreitung des Kristenthums haben die meisten schändlichen Handlungen, und die bei solchen Gelegenheiten üblichen Gebräuche gänzlich aufgehört.
Auf die Missionäre der Südsee-Jnseln ist vr. Meyen (im zweiten

