354 Bewohner Australiens. Bewohner der Sandwichs-Juscln.

von den Blattern furchtbar zerrissen, und, wahrscheinlich durch den frühen und häufige» Genus; der starken, gewürzhaften und geistigen Getränke, so außerordentlich aufgedunsen und kupferfarben geworden, daß man in Deutsch­land nicht leicht einen häßlicheren Menschen sehen kann, als er ist. Sein Auge, seine Sprache und sein ganzes Benehmen in der Zeit unserer Anwesen­heit zu Oahu, verriethen nichts von dem, wodurch einst sein Vater eine so großeHerrschaft erworben hatte. Kauike-aouli war bekleidet mit einem weißen Hemde, weiten weißen Hosen, einer bunten Weste und einem weißen Stroh. Hute; er nahm den Hut ab, als er uns empfing, und legte das Schreiben, welches Kapitän Wendt von Sr. Majestät dem Könige von Preußen zu überreichen die Ehre hatte, in denselben, blieb aber, während der ganzen Zeit der Audienz, auf einer und derselben Stelle stehen. Obgleich Kauike- aouli etwas engländifch spricht, so ließ er sich doch die Unterredung ver­dolmetschen, und erkundigte sich sogleich nach den Geschenken. Da er hörte, daß wir auch Geschenke für seine Frau mitgebracht hätten, wenn er verhei- rathet wäre, so äußerte er sogleich zu seiner nächsten Umgebung, daß er sich jetzt sehr bald verheirathen müsse, da es selbst sein Freund, der König von Preußen, wünsche. Er bat uns jedoch zugleich, von diesen Geschenken nicht zu sprechen, da sie den Neid der Dame» seiner Verwandtschaft veran­lassen würden.

Während dieser Unterredung wurde ich von einem der Diener, die zu des Königs Füßen saßen, ersucht, ihnen meinen großen peruanischen Hut aus Vicuna- Wolle zu zeigen, den ich gerade in der Hand hielt; sogleich setzte sich dieser den Hut auf, worüber die ihn umgebenden Indianer recht herzlich lachten, und ihre Witze machten. In der Hütte» vor deren Thüre der junge Herrscher stand, befanden sich mebre riesenhafte Frauen, der Länge nach, auf weichen Matten gestreckt, und bezeigten große Neugierde, uns zu sehen.

Wir wurden hierauf der Königin Mutter Kaahumana vorgestellt, die, knieend, ganz allein auf einer Matte saß, und mit einer bunten chinesischen Decke umhüllt war, die sie nur so viel öffnete, daß dann und wann etwas von ihrem Gesichte zu sehen kam; eine weiße Binde deckte ihre Stirn. Diese ungeheure Gestalt der Kaahumana, knieend, unter einer bunten Decke, bei hellem Mondscheine zu sehen, überraschte uns so sehr, daß wir Anfangs durchaus nicht wußten, was wir daraus machen sollten; sie glich mehr einem Götzenbilde, bis sie uns freundlich die Hand reichte, und dabei mehrmals sagte:My Quecn! My Qiieen! indem sie beständig mit der Hand auf sich selbst zeigte. Wohl wollte Kaahumana damit zu verstehen