schnüren mußten, und dabei ist sie, ,m Verhältnisse zu den übrigen, gar nicht stark, sondern vielmehr fein und zart gebaut.
Kauike-avuli wurde ersucht, die Uniform anzulegen, was er auch sogleich, mit Hülfe seines Sekretärs Halilei, im Nebenzimmer that; doch als es plötzlich hieß: „Die Misstonäre kommen!" legte er sie schnell wieder ab. Als er mit der angezogenen Uniform in den Saal zurück kam, und
Bewohner Australiens. Bewohner der Sandwichö.Jnseln. 357
Jetzt wurden die Kisten mit den Geschenken i» den Saal gebracht lind in Gegenwart der Versammelten geöffnet. Kapitän Wendt und ich suchten die Sachen in einer gewissen Ordnung aufzustellen, und dadurch einen größeren Effekt hervorzubringen. Die Versammlung zeigte ihr hohes Erstaunen über die große Menge der Geschenke; doch Kauike-avuli, auf der Bank sitzend, betrug sich Anfangs so abgemessen zurückhaltend, daß man sein Betragen sehr bald für erkünstelt halten mußte. Die Statuen in Eisen gegossen, worunter sich die von Friedrich II., Alexander I,, von Napoleon, Blücher u. s. w. befanden, erregte die lebhafteste Freude; vor Allem wurde die von Friedrich II. bewundert. Der König ließ sie sich nach seinem Sitze bringen, um sie genauer zu betrachten. Die Dekorationen einer militärische» Uniform, der Hut mit dem Federbusche und ganz besonders der schöne Degen schienen außerordentlich zu gefallen. Ein reiches Sattelzeug wurde sogleich einem Schimmel aufgelegt, und erregte große Freude, aber vor Allem gefielen die prachtvollen Gemälde des Königs von Preußen, und das des Fürsten Blücher, welches sich einst Kauike-avuli zu sehen gewünscht hatte. Die Abbildungen der verschiedenen Truppengattungen der königlich preußischen Armee, welche sich ebenfalls unter den Geschenken befanden, gingen beständig in der Versammlung herum, und wurden, mit den lautesten Bemerkungen begleitet, vielfach bewundert. Unter den Geschenken, welche der etwaigen Gemahlin Kauike.aouli's bestimmt waren, befand sich ein sehr feiner Damenhut mit künstlichen Blumen verziert. Er erregte besonders die Neugierde der jungen Königin Kinau, die, bei ihrer außerordentlichen Riesengestalt, dennoch einige ganz besondere Reize besitzt. Kinau ließ sich den Hut aufsehen, und wurde darin allgemein bewundert. Auch der Schmuck gefiel dieser Dame außerordentlich, und sie wünschte, daß er ihr angelegt würde, wobei wir selbst in die größte Verlegenheit kamen, da die Armbänder und die Halskette, obgleich außerordentlich groß gemacht, dennoch nicht passen wollten. Nur mit größter Mühe gelang es uns, die Halskette zu befestigen, indem wir den Hals der Dame stark zusammen-
seine Schwägerin Kinau im Schmucke erblickte, sagte er sogleich, daß sie ihn ablegen sollte, denn er wäre durchaus nickt für sie bestimmt, und sie

