382 Bewohner Australiens. Bewohner der Frcundschafts-Jnseln.
unteren Volksklaffen, und sind immer bemüht, alle Zwistigkeiten der Höheren und Niederen, so gut als thunlich, beizulegen.
Zur Klasse der Mua's gehören die Söhne, Bruder und Verwandten der Matabulai's, welche die Stellen der Letzteren nicht versehen. Bei öffentlichen Zeremonien, bei Ausübung der Polizei und der Aufsicht der jungen Egui's unterstützen sie die Matabulai's. Die sogenannten freien Künste, z. B. das Bauen der Pirogen, das Schnitzen der Wallfischzähne, das Aufführen von Gebäuden und steinernen Gewölben, das Netzmachen rc. werden auf Tonga von ihnen betrieben.
Die Tua's bilden die letzte Klaffe der Gesellschaft, oder das eigentliche Volk, find durch ihre Geburt Kaifonua (an den Boden gefesselt), oder zum Acker gehörend. Die Ausgezeichnetsten von ihnen dürfen mit den Mua's an den oben genannten Arbeiten Theil nehmen) andere find mit dem Tatowiren, dem Schnitzen und Auslegen der Streitkolben beaustragt, und müssen die andern, mit Muscheln, barbiren. Die vom untersten Range endlich find Köche oder Arbeiter, und dürfen weder ihre Herren, noch ihre Beschäftigungen wechseln.
Eigentliche Sklaven scheinen diese Völker nicht gehabt zu haben, obgleich der Zustand der untersten Tua's nur eine Art Knechtschaft ist. Ohne Zweifel wurden die in den Gefechten gemachten Gefangenen entweder sogleich getödtet, oder nach geschlossenem Frieden ihren Horden zurückgegeben.
Als die Tongainseln sich früher in gesetzlichem Zustande befanden, und die Oberherrschaft des Tui-Tonga anerkannten, fanden keine regelmäßigen Kriege Statt, sondern nur hin und wieder hatte man Verschwörungen und Aufstände zu unterdrücken.
Die Einwohner der Fidji-Jnseln machten zuweilen auf dem Tonga- Gebiete Einfälle; wenn dieser seltene Fall eintrat, so wurden die Gefangenen, welche man verschonte, je nach ihrem Range und ihren Talenten, als Tua's oder Mua's von ihren Siegern eingereiht.
Das Betragen der Egui's gegen die Mua's und Tua's ist im Ganzen so, daß man den bestehenden Unterschied des Ranges fast nicht bemerkt. Nur bei öffentlichen Zeremonien, hauptsächlich beim Kava, kann man diesen Unterschied deutlich wahrnehmen; denn nur die Egui's und einige der vorzüglichsten Matabulai's haben dabei Zutritt, während die untern Klassen nur mit der Menge zusehen dürfen.
In ihren gewöhnlichen Lebensverhältniffen findet man, bei diesen Insel- Bewohnern, Ähnlichkeit mit dem Leben der Patriarchen.

